Video-"Filmen" an Bord von Fahrtenyachten 2004


Videokamera an Bord ist kein Luxus

Die Preise für Videokameras sind heute so niedrig, dass die Versuchung unwiderstehlich ist, ein solches Wunderding mit auf den Törn zu nehmen. Aber Achtung: Von der Werbung wird mit Slogans wie "semiprofessionell", "für den ernsthaften Amateur" etc suggeriert, dass man mit einer modernen Videokamera nur "draufhalten" muss, und schon ist ein Fernsehbeitrag im Kasten.

Das ist falsch. Man muss schon einiges beachten, um überhaupt zu einem Film zu kommen, der für andere auch nur "ansehenswert" ist. Ein wirklich professionelles Ergebnis erreicht der Amateur praktisch nie. Vor allem nicht auf einer Yacht. Andererseits ist das bewegte Bild ein vielfach wirkungsvollerer Erinnerungswecker als ein Foto-Apparat, selbst wenn dieser auch digital arbeitet - quasi heute der Standard (siehe auch Digitalfotografie an Bord). Darüber hinaus haben die meisten Videokameras auch eine Foto-Funktion, so dass sie auch zum Fotografieren oder zum Dokumentieren eingesetzt werden können. Nachdem das "Film"-Material ja nichts kostet, ist es allemal besser, irgendwelche Bilder zu haben als gar keine. Außerdem schau ich mir (eigene!) verwackelte Filmszenen immer noch lieber an, als ein langweiliges Logbuch zu lesen, das aus mehr oder weniger nichts sagenden Zahlen und Buchstaben - "Ge, F 25 SW" oder so - besteht.

Aber die Tatsache lässt sich nicht wegdiskutieren: Man kann beim Videofilmen eine Menge falsch machen, erst recht auf einer Yacht. Fehler, die so leicht zu vermeiden sind, wenn man sie sich erst bewusst macht. Das geht schon an beim Kauf einer Kamera:

Welche Kamera?

Das Wichtigste vorweg: Ein unbearbeiteter Film ist immer(!) eine Zumutung für den Zuseher. Deshalb muss bereits bei der Anschaffung der Kamera an die nachträgliche Filmbearbeitung gedacht werden. Daraus folgt, dass nur noch eine Kamera gekauft werden soll, die über ein Videoformat verfügt, das eine Nachbearbeitung ermöglicht, ohne dass bei den unvermeidbaren Kopiervorgängen die Filmqualität verschlechtert wird. Und das bietet im Moment nur das DV- oder das Mini-DV-Format. Erst dieses Format hat im Amateursektor ermöglicht, dass Kopien eins zu eins hergestellt werden können - unbedingte Voraussetzung für eine Nachbearbeitung. Kameras mit VHS- oder Super-VHS werden deshalb kaum noch angeboten. Und Mini-DV-Kameras finden sich in den Sonderangeboten der Großmärkte schon für 500 Euro.

Leider verfügen viele dieser Kameras nicht über eine Eigenschaft, die für die Nachbearbeitung unerlässlich ist. Denn von der Möglichkeit, verlustfreie Kopien herzustellen, hab ich ja nur dann etwas, wenn die Kamera über einen DV-Ausgang und einen DV-Eingang verfügt. Gerade letzteres ist bei weitem keine Selbstverständlichkeit, was an unserer Steuergesetzgebung liegt. Kameras mit einem Eingang werden nämlich wie Videorecorder behandelt, was sie ja auch(!) sind, und unterliegen damit einem höheren Einfuhrzoll. Und das schlägt sich auch im Preis nieder.

Selbst, wenn man  aber eine Kamera gefunden hat, die einen DV-Eingang (Prospekt-Deutsch: "DV-IN") hat, heißt das noch lange nicht, dass man beispielsweise damit VHS-Videos überspielen kann, was gelegentlich für die Filmbearbeitung oder zur Aufbesserung alter Videos ins DV-Format notwendig ist.  "DV-Eingang" heißt eben noch lange nicht "Super-Video IN". Man wird diesen Mangel spätestens bedauern, wenn man nunmehr seine alten VHS-Videos mit annehmbarer Qualität auf Mini-DV überspielen und dann(!) verlustfrei weiterverarbeiten möchte.

Ein kleiner Trost: Wenn man eine preiswerte DV-Kamera fürs Schiff anschafft, welche weder DV-Eingang noch Ausgang hat, kann man später dieses Material immer noch besser verarbeiten als zum Beispiel das beste Super-VHS-Material. Nur eben nicht mit der eigenen Kamera.

Soviel zum Format. Für den Gebrauch auf Yachten, sollte die kürzeste Brennweite weit in den Weitwinkelbereich reichen, denn wegen der beengten Raumverhältnisse auf einer Yacht kann man praktisch nur mit kurzen Brennweiten arbeiten. Leider sieht es damit meist nicht gut aus. Eine recht brauchbare "Notlösung" ist dann ein Weitwinkelvorsatz. Völlig verzichten kann man auf einer Yacht (und auch sonst) auf ein Digitalzoom ("120fach" und was sich sonst so die Werbestrategen aus den Fingern saugen). Auch die langen Brennweiten sind auf einer Yacht nicht zu gebrauchen, weil alle solche Aufnahmen aus der Hand ausnahmslos verwackelt werden. Auch, wenn es noch so verführerisch ist, eine andere Yacht auf offener See mit dem Tele "heranholen" zu wollen.

Damit sind die wichtigsten Dinge für die Auswahl der Kamera schon gesagt. Dass mit steigendem Preis die Qualität im allgemeinen ebenfalls steigt, ist im Großen und Ganzen logisch. Dass diese kleinen Wunderdinger nicht Fernseh-Bild-Qualität erreichen können ist eigentlich logisch. Wem es auf den einen oder anderen großen Schein nicht so sehr ankommt, kann ja eine Drei-Chip-Kamera (Bild!) kaufen, die sichtbar bessere Bildqualität liefert als die Winzlinge mit einem Chip.

Auch, wenn das Wunder der Technik noch so reizt: Die Kamera sollte nicht zu klein sein. Ist es ohnehin schon sehr schwierig, verwackelungsfreie Videosequenzen zu bekommen, ist es bei den handflächengroßen Kameras praktisch unmöglich.

Als Zubehör brauchen wir nicht viel: Ersatzakku ist ein Muss, ebenso die Möglichkeit, den Akku an Bord laden zu können, also ein "Auto-Netzgerät". Das wertvolle Objektiv schützen wir am besten durch einen UV-Filter, der sich im Falle eines Kratzers erheblich billiger ersetzen lässt als das Orginal-Objektiv.

Letzte Frage: "Normale", "wassergeschützte" oder Unterwasser-Kameras?

Klar wäre es an Bord besser, eine so robuste Kamera zu haben, dass sie auch mal im Cockpit rum liegen oder auch mal einen Spritzer Wasser abhaben kann, ohne gleich den Geist aufzugeben. Aber, das Angebot bei den "wassergeschützten" (nicht wasserdicht!) ist so ausgedünnt, dass obige, unbedingte Forderungen nicht erfüllt werden. Darüber hinaus gibt es für jede Kamera recht preiswerte Gehäuse aus flexiblem Kunststoff (Ewa-Marine-Gehäuse), wenn man unbedingt Aufnahmen bei "schwerem Wetter" oder beim Schnorcheln machen möchte.

Zusammenfassung: Wenn die Kamera den DV-Ein-und-Ausgang hat, ist man mit den üblichen Sonderangeboten bestens bedient.

 

Diese Kamera eignet sich am besten:

  • Mini-DV-Kamera

  • DV-Ein-und DV-Ausgang

  • Objektiv hat guten Weitwinkelbereich

  • Zubehör: UV-Filter, Ersatz-Akku, Bordnetzgerät


Die schlimmsten Fehler beim "Filmen".

Eine guten Film zu machen, ist sehr schwer, im Urlaub kaum möglich und auf Langfahrt auch nur dann zu erreichen, wenn man sich weitgehend aufs Filmen konzentriert. Benutzt man "nur so nebenbei" die Video-Kamera, erreicht man ein sehenswertes Ergebnis nur dann, wenn man zumindest versucht, die schlimmsten Fehler zu vermeiden und ein paar Punkte beachtet.

Grundsatz Nummer 1: Alles bewegt sich, nur die Kamera nicht.

Die Konsequenz daraus heißt: Wenn immer es möglich ist, muss ein Stativ, zumindest ein fester Standpunkt benutzt werden. Gerade das aber ist auf der bewegten Yacht besonders schwierig. Der Zubehörhandel bietet Klemmen an, mit denen die Kamera irgendwo befestigt werden kann, zum Beispiel am Niedergang oder an der Reling u.s.f. Für uns Amateure reicht für die paar hundert Gramm wiegenden Kameras ein leichtes Stativ aus, auch wenn die Profis dafür nur ein mildes Lächeln übrig haben.

Ein guter Notbehelf für einen ruhigen Kamera-Stand ist ein kleines Utensil, das die Profis unter den Kamera-Leuten gelegentlich und genau mit "Erbsensack" bezeichnen, nichts anderes als ein Ledersack mit Reis oder Erbsen gefüllt. Damit kann unsere leichte Kamera schnell unkompliziert für eine Einstellung positioniert werden, ohne lang ein Stativ aufstellen zu müssen (Bild).

An Bord lässt sich freilich die Regel "nur vom Stativ!" nicht lückenlos einhalten. Gelegentlich ist ein Objekt so lohnend (Delphine!), dass es schade wäre, von vorneherein zu verzichten. Dann aber ist es sinnvoll, die Kamera nach Möglichkeit irgendwo abzustützen oder mit einem kleinen Schulterstativ oder einem schnell einsetzbaren Einbeinstativ zu arbeiten. Niemals hierbei eine Teleeinstellung benutzen, das wird garantiert nichts! Lieber das Objektiv ganz in die Weitwinkeleinstellung fahren, selbst wenn dann das Objekt das Bild nicht ausfüllt.

Auf einer Yacht wird sich immer die Frage ergeben, ob man denn nun vom Stativ auf den Horizont und ihn damit praktisch immer schief halten oder in diesem Fall ausnahmsweise aus der Hand filmen und dabei versuchen soll, den Horizont gerade zu halten. Beides ist richtig. Je nach Wetter und Seegang kann die eine oder andere Einstellung mehr Dramatik vermitteln. Deshalb filme man vorsichtshalber mit beiden Einstellungen und entscheide anschließend beim Schnitt, was mehr Spannung rüberbringt.

Grundsatz Nummer 2: Keine Schwenks!

Ruckfreie Schwenks kann man vom Amateur-Stativ ohnehin nicht machen. Und das ist gut so. Denn der Hobbyfilmer neigt förmlich dazu, die "Landschaft" abzuschwenken. Die Ergebnisse sind langweilig bis verheerend. Ein richtiger Schwenk darf nämlich nur sehr träge durchgezogen werden, was später im fertigen Film ermüdend wirkt. Das gibt kaum eine Landschaft her, schon gar nicht die See.

Grundsatz Nummer 3: Keine Zoomfahrten!

Noch wichtiger ist es, auf Zooms völlig zu verzichten. Die Taste fürs Motor-Zoom verführt gerade dazu, mit der Brennweite hin- und herzufahren. Im Moment der Aufnahme findet der Kameramann diese Suchbewegung des Objektivs vielleicht ganz interessant, im fertigen Film demaskiert sie gnadenlos den Amateur als blutigen Anfänger. Deshalb die Zoomtaste nur und ausschließlich dazu zu benutzen, um den richtigen Ausschnitt zu finden! Und wenn man schon der Versuchung nicht widerstehen kann, das heute übliche Motorzoom beim Filmen zu drücken, dann sollte die Einstellung nach dem Zoomen so lange sein, dass man später beim Schneiden den Zoom wegschmeißen kann. Man wird es immer tun.

Grundsatz Nummer 4: Kein Autofokus!

Der so sehr bequeme Autofokus (Werbung: "Um die Scharfstellung kümmert sich die automatische Scharfeinstellung") darf nur dazu benutzt werden, um ein Objekt vor(!) der Aufnahme scharf zu stellen. Denn beim eigentlichen Film wird bei einem bewegten Objekt, zum Beispiel Seegang, das "Pumpen", also das Nachstellen der Schärfe durch den Autofokus, die Aufnahme wertlos machen. Im übrigen ist die Tiefenschärfe bei dem von uns benutzten Videoformat jedenfalls untertags so groß, dass - außer bei Makroaufnahmen - eine grobe Einstellung - z.B. auf circa 2 Meter - alles ausreichend zwischen einem Meter und Unendlich schärft. Ausprobieren! Und Teleaufnahmen, bei denen das Objekt leicht aus der Tiefenschärfe rausfällt, werden wir an Bord kaum machen (können).

Grundsatz Nummer 5: Lange Einstellungen filmen!

Jede Einstellung lässt sich hernach beim Schnitt kürzen, umgekehrt geht es - logisch - nicht. Will man den Film vorzeigbar machen, muss ohnehin jede(!) Einstellung bearbeitet, also geschnitten werden. Außerdem: Das Film-Material kostet praktisch nichts.

Grundsatz Nummer 6: Einen großen Vorrat an Zwischenschnitten filmen!

Jeder Film lebt vom Wechsel der Einstellungen. Allerdings kann später nicht einfach von Einstellung zu Einstellung geschnitten werden, sondern der Schnitt muss ein paar logischen Regeln folgen. Stark vereinfacht: Der Skipper kann nicht am Ruder und in der nächsten Einstellung auf dem Vorschiff beim Segelwechsel gezeigt werden. Erträglicher wird es, wenn zwischen den beiden Szenen ein Zwischenschnitt eingefügt wird, also zum Beispiel die drehende Winschtrommel, der Kompass in Großaufnahme, der Verklicker, die Gastlandflagge in der Saling etc.

Oft stellt man beim Schneiden einen Mangel an Zwischenschnitten fest. Ein Fehler, der sich zu Hause nicht mehr ausbügeln lässt und an Bord so leicht zu vermeiden gewesen wäre. Möchte man einen interessanten Halbstunden-Film vom letzten Törn schneiden, ist ein Vorrat von 20 Zwischenschnitten schnell aufgebraucht.

 

Die Nachbearbeitung

Ein unbearbeiteter Film ist für alle anderen Zuschauer eine Zumutung. Immer! Deshalb muss jedes Videomaterial geschnitten und vertont werden. Arbeitet man mit dem Mini-DV-Format, so hat jeder zumindest die technischen Möglichkeiten, fast professionelle Ergebnisse zu erzielen. Voraussetzung ist ein Computer der neueren Generation mit der sogenannten Firewire-Schnittstelle (auch als "IEEE 1394" bezeichnet) oder zumindest ein Computer, der mittels Firewire-Karte um diese Schnittstelle nachgerüstet werden kann. Bei einem Notebook wäre somit ein PCMCIA-Einschub notwendig, wo dann eine entsprechende Karte (um die 100 Euro) eingeschoben werden kann. Nur mittels dieser Schnittstelle ist nämlich die Übertragung von Videomaterial in den Computer ohne jeden Qualitätsverlust möglich. Wer sich noch an die stümperhaften Versuche erinnern kann, VHS-Material zu schneiden, wird den gewaltigen Fortschritt, die uns Firewire gebracht hat, ermessen können. Damals war nämlich ein zweimal umkopiertes Video in der Qualität bereits so schlecht, dass man es kaum noch jemand zumuten konnte. Mittels Firewire kann das Videomaterial beliebig oft umkopiert werden, ohne dass ein Qualitätsverlust eintritt.

Die Bearbeitung eines Films spielt sich also in folgenden Schritten ab:

  • Material von der Kamera auf den Computer aufspielen
  • Material im Computer schneiden und vertonen
  • Fertigen Film wieder auf die Kamera oder einen anderen Recorder (DV-Format!) zurückspielen und vorführen.

An Bord wird man wohl kaum einen Mini-DV-Recorder zur Verfügung haben, wohl aber einen Notebook und die Kamera.

Heute kann der fertige Film auch schon in beachtlicher Qualität auf eine CD - nicht DVD - gebrannt werden - mit einer Spieldauer von rund einer Stunde. Können wir uns also den DV-Recorder, beziehungsweise die Kamera mit DV-Eingang sparen? Nein!

Die Ursache hierfür ist die Tatsache, dass das DV-Material auf dem Computer derart viel Speicherplatz benötigt, dass zumindest auf dem Notebook die Festplatte platzmäßig überfordert wäre. Fünf Minuten Videomaterial im Digitalformat benötigen nämlich schon rund ein Gigabyte. Dies führt dazu, dass auf Langfahrtyachten immer mehr externe Festplatten (160 GB kosten nur noch wenig über 100 Euro) eingesetzt werden, auch als Daten-Backup-System. Ihr Anschluss ist mit USB2.0 (Bild) kein Problem mehr.

Trotzdem wird man einen Film nicht "in einem Rutsch" am Computer schneiden können, denn man wird ihn in Fünf- oder Zehn-Minutenabschnitte zerlegen, fertig stellen und erst ganz zum Schluss zu einem Werk zusammenfügen. Hier zeigt sich dann der große Vorteil der verlustfreien Überspielmöglichkeit. Man kann die Filmsequenzen so oft man will überarbeiten und zwischenzeitlich durch Überspielen auf den Recorder (Kamera) auf Band sichern.

Eine Voraussetzung muss der Notebook noch bringen. Sein Pentium sollte schon über ein Gigahertz schnell sein, damit die großen Datenmengen verlustfrei überspielt werden können, somit die gefürchteten "dropped frames" vermieden werden.

Eines können wir uns kaum ersparen: Ein gutes Schneideprogramm müssen wir uns anschaffen. Zwar liefert das Betriebssystem Windows XP den Windows Movie Maker kostenlos mit, aber dessen Möglichkeiten sind doch arg beschränkt. Ernsthafte Filmamateure benutzen die Software "Adobe Premiere Pro", wie die letzte Ausgabe heißt, während der Autor beste Erfahrungen gemacht hat mit Media Studio Pro 7 von Ulead.

Das Schneiden des Films ist Gewöhnungssache. Wenn aber mal die Technik, Schnitte zu setzen, ins Fleisch und Blut übergegangen ist, wird es mit den genannten Programmen zum vergnüglichen (tagelangem) Zeitvertreib.

Media Pro bringt übrigens alle Werkzeuge mit, um die Kamera derart anzusteuern, damit die Filmdateien von der Kamera auf den Computer und nach der Bearbeitung zurück aufs Band gespielt werden können. Es scheint, dass zwischen Sony-Kameras am wenigsten Kommunikationsprobleme zwischen Computer und Recorder auftreten. Ein kleines Manko bei Ulead hab ich zu kritisieren. Bei der Überspielung auf den Notebook mittel Video Capture werden die "dropped frames", also die "fallengelassenen Bilder" (sollten immer Null sein) angegeben, während beim Zurückspielen mittels des Befehls "Exportieren" diese Angabe fehlt.

Ein guter Videoschnitt über die reine handwerkliche Technik hinaus ist eine Kunst. Nicht umsonst sind berufsmäßige gute Cutter genauso gefragt in der Filmbranche wie Kameraleute oder andere Spezialisten aus der Filmbranche. Es wäre deshalb vermessen, zu glauben, dass wir als Amateure professionelle Ergebnisse zustande bringen. Aber vorzeigbar sollten sie sein.

 

Drei wichtige Tipps sollten Anfängern beim Film schneiden helfen:

Herzhaft schneiden!

Es ist klar, dass der "Filmemacher" an jeder Einstellung hängt und ständig glaubt, gerade diese würde eine wichtige Information enthalten. Andererseits wird jeder Amateur-Film erfahrungsgemäß zu lang. 60 Minuten Gesamtlaufzeit ist das Äußerste, was man seinen Zuschauern zumuten kann, besser sind 30 Minuten. Hat man einigermaßen Material wird man diese Zeiten leicht füllen können. Man halte sich vor Augen: Oftmals reicht es aus, ein Fünftel oder gar nur ein Zehntel des Rohmaterials zu verwenden.

Mit Übergangs- und sonstigen Effekten geizen!

Gerade moderne Schneideprogramme bieten Dutzende von Übergangseffekten, die für sich allein gesehen einen professionellen Eindruck machen. Wenn aber reines Amateurmaterial mit solchen "Maschineneffekten" oder Bildverfremdungen aufgefüllt wird, dann wirkt das nach den ersten zwei oder drei Überraschungen sehr bald lächerlich. Denn auch der unbedarfteste Zuschauer merkt heute sehr schnell, dass diese Spielereien Computerwerk sind. Gutes Ausgangsmaterial braucht diese Effekte nicht. Gelegentliche einfache Über-, Aus oder Ein-Blendungen reichen völlig. Künstliche Effekte können Zwischenschnitte - siehe oben - nicht ersetzen.

Vertonung erst ganz zum Schluss!

Ein Film ohne Musik ist fad. Mit den modernen Schneideprogrammen ist die Vertonung (Kommentar, Originalgeräusche, Musik oder alles gleichzeitig) kein technisches Kunststück mehr. Keinesfalls sollte Kommentar oder Musik den Originalton des Films ersetzen. Denn der O-Ton ist für die Atmosphäre unverzichtbar.

Bei der Erstellung eines Films darf die Vertonung erst der allerletzte Schritt sein. Denn nachträgliche Änderungen (Schnitte) sind dann nicht mehr möglich. Unser Ohr ist viel empfindlicher als unsere Augen. Ist einer Szene einmal Musik unterlegt, dann kann sie nicht mehr geschnitten werden, denn der Zuhörer nimmt den Schnitt als Bruch in der Musik unüberhörbar und störend wahr. Amateurhaft würde das wirken und gerade das wollen wir ja vermeiden!

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