Blauwassersegeln


Eine der Hauptthemen beim Blauwassersegeln ist die Frage nach den Versorgungsmöglichkeiten in den Häfen - so wichtig, dass die Weltumsegelungsroute neben dem Wetter in erster Linie danach bestimmt wird. Kerstin ist eben auf ihrer MENEVADO zusammen mit ihrer Familie von einer vierjährigen Weltumsegelung zurückgekommen, wobei sie die schwierige Route durch das Rote Meer genommen hat. Karla Schenk hat die Möglichkeiten der Proviantierung bis Malaysien besprochen (siehe hier! ), Weltumseglerin Kerstin gibt nun Tipps für die Weiterfahrt.

Versorgung auf Langfahrt - Von Thailand ins Mittelmeer

von Kerstin Heller

 

Thailand


Allgemein sehr gute und qualitativ hochwertige Lebensmittel. Freundlicher, wenn auch manchmal etwas langsamer Service. Die Thais versuchen alles möglich zu machen, ob sie was davon verstehen oder nicht. In ganz Thailand gibt es große , sehr gut sortierte Supermärkte, mit Allem was das Herz begehrt, zu günstigen Preisen. Auch europäische Produkte sind zu bekommen, sowie Bier, Wein, Spirituosen aus aller Welt. Besonders empfehlenswert sind die riesigen Obst- , Gemüse- und Gewürzmärkte , die wegen der hohen Tagestemperaturen meist am Abend als Night-Market abgehalten werden und auch dem hungrigen Besucher keine Wünsche offen lassen. An den vielen Garküchen kann man sich sehr günstig sattessen und nebenbei shoppen.

Phuket:

Nähe Phuket-Town gibt es mehrere große Supermärkte mit tollem Sortiment.

Tesco: Gute Frischfleischabteilung, Obst und Gemüse, eigene Bäckerei ( sehr gutes Baguette, Brötchen, Kleingebäck), großes asiatisches Grundsortiment, aber auch internationale und europäische Lebensmittel.
Big C : ähnlich Aldi/Lidl/Norma auf asiatisch. Gute, günstige Trockenprodukte, Dosen und Getränke.
Makro: asiatische Metro, nur kleiner, begrenztes Sortiment
Index: hauptsächlich Möbel und Wohnassessoires. Im angrenzenden Shopping-Center befindet sich im Untergeschoß ein schöner, sehr gut sortierter Supermarkt.

Beinahe an jeder Ecke findet man außerdem kleine asiatische Krämerläden, mit Sachen für den täglichen Bedarf, wie Haushaltsartikel, Hardware-Stores, Werkzeug, Musik,DVD etc. einfach alles!

Spezialitätengeschäfte in Phuket:

Farang-Food: ( an der Verbindungsstraße von Phuket-Town nach Patong Beach auf der linken Seite, kurz vor der Go-Cart Bahn) Der Inhaber ist Franzose. Es gibt vorwiegend französische Ware, aber auch italienische, deutsche und spanische Produkte. Der Chef besorgt die Sachen über Bangkok und hat eine umfangreiche Bestellliste. Bevor die Ware benötigt wird, sollte man circa eine Woche die Liste beim Chef persönlich abgeben. Die thailändischen Mitarbeiter bringen leicht Chaos in die Bestellung oder vergessen die Hälfte. Besonders lecker waren der luftgräucherte Schinken, Salami, französischer Käse, Entenpastete, gefrorene Entenbrust und gefrorenes Rinderfilet.

Deli in Patong Beach: ( am Ortseingang , die 1. Straße links, auf der linken Seite)
Waren aus Italien, Deutschland und der Schweiz, z.B. Schwarzbrot, Vollkornbrot, deutsche Wurstwaren, Leberkäse,  Schweizer Müsli, italienische Nudeln, Fertigsaucen, gemahlene Nüsse und Spirituosen aus Italien ( 5 verschiedene Grappasorten )

Mani`s Bakery: ( Ao Chalong Beach)
Deutsche Bäckerei. Leckeres Brot, Brötchen, Brezen, Kuchen und Kaffeegebäck. Unbedingt bei größeren Mengen vorbestellen, denn um 12 Uhr sind sie oft schon ausverkauft. Zu Weihnachten gibt es Stollen!

Wine Gallery: ( an der Verbindungsstraße von Ao Chalong nach Phuket-Town auf der linken Seite)
hervorragende Auswahl an französischen , italienischen, spanischen und australischen Weinen und Spirituosen aller Art. Französischer Inhaber.

Malediven

Auf den Hauptinseln und in der Hauptstadt gute, aber teure Versorgungsmöglichkeiten. Die kleinen Inseln bieten ein sehr begrenztes Sortiment an trockenen Lebensmitteln oder Dosen an, denn häufig haben diese nicht den ganzen Tag elektrischen Strom und somit keine Kühlmöglichkeit.

Die Insel der Segler Uligamo: Nur hier gibt es eine Erlaubnis zu ankern.
Mohammed ist der Macher hier. Er besorgt alles, was es auf den Malediven gibt. Über ihn bekommt man Wasser und Diesel. Er organisiert auch das Waschen der Wäsche ( sehr ordentlich). Mit seinem Ausflugsboot haben wir eine Rundfahrt gemacht, um noch ein paar andere Atolle zu sehen, anschließend gabs Barbecue hinter seinem Haus. Mohammed betreibt den einzigen " Supermarkt" des Inselchens. Der Laden ist ca. 10 qm groß und verfügt über eine Kühltruhe. Man bekommt Getränke, trockene Lebensmittel wie Nudeln, Reis und Kekse. Ein mal pro Woche oder auf Bestellung gibt es frisches Obst, Gemüse, Eier, gefrorene Hühner und Rindfleisch.

Alkoholisches ist auf der Insel strikt verboten, darf auch nicht an Land gebracht werden! Die Segler dürfen nach 10 Uhr nicht mehr an Land sein und auch keine Feiern an Land veranstalten. Auf den Schiffen kann man machen, was man will!! Das klingt vielleicht ein bisschen streng, jedoch sind die Menschen sehr nett, ein wenig scheu vielleicht und die Dorfältesten wollen einfach nicht, daß die Sitten verdorben werden.

Oman

Ein Märchen aus 1000 und einer Nacht. Prima Versorgung. Freundlichste Menschen. Sehr tolerant gegenüber Ausländern.
Um die Seglerschaft kümmert sich Mohammed! ( allgemein Eddy Murphy genannt - er sieht ihm zum Verwechseln ähnlich) Er besorgt alles! Über ihn bekommt man Diesel, Benzin, Ersatzteile, Bootsbedarf etc. Er ist jeden Abend im Yachtclub und zischt ein Bierchen ( der Oman ist ein weltoffenes arabisches Land). Mohammed besorgt auch Leihautos. Das braucht man, denn der Ankerplatz im Industriehafen von Salalah ist von der City ca. 15 Fahrminuten entfernt.


In Salalah bekommt man alles für den täglichen Bedarf, zur Bootsreparatur und Ersatzteile.
Wer gerne essen gehen möchte, dem sei der Yacht-Club empfohlen, ein Club nicht nur für Yachties, sondern hauptsächlich für im Oman arbeitende Ausländer. Das Essen ist international, sehr gut und es besteht kein Alkoholverbot.


Typisch omanische Speisen findet man überall in der Stadt- ein besonders gutes Lokal befindet sich im Weihrauchsouk. Hier kann man außen sitzen, was sonst eher unüblich ist. Um Lebensmittel einzukaufen geht man am Besten zu LuLu`s Supermarket: Frischfleisch und Geflügel, große Obst und Gemüsetheke, Milch, Joghurt, Käse, eigene Bäckerei ( sogar dunkles Brot ), tolles Süßigkeitensortiment und leckere Säfte in Dosen.

Spinney``s : führt einige europäische Artikel, gute Bäckerei.

Ein ganz besonderes Erlebnis sind jedoch die zahlreichen Märkte - hier Souk genannt - für Obst, Gemüse, Gewürze, Weihrauch, Kleidung, Gold und Parfum.
Für den Herrn kann ich einen Besuch beim Friseur wärmstens empfehlen- ein Erlebnis der besonderen Art.

Eritrea

Hafenstadt Massawa:
Schon bei der Einfahrt in den Hafen bietet diese Stadt ein Bild der Zerstörung. Das ändert sich auch bei näherem Hinsehen nicht. Um länger als 48 Stunden bleiben zu können mußssein Visum beantragt werden. Das ist ziemlich teuer ca. 50 US Dollar pro Person. Die Beamten und die Einwohner sind sehr freundlich und es lohnt sich etwas länger hier zu verweilen, um ein bisschen mehr von Eritrea zu sehen.
Die Versorgungslage in Massawa ist eher mangelhaft. Es gibt in den beiden Straßen mehrere kleine Supermärkte mit einer guten Auswahl an trockenen Lebensmitteln und Dosen, eine sehr geringe Auswahl an frischem Obst und Gemüse, gefrorenes Huhn, Eier und einen sehr leckeren Käse Typ Provolone. Der Bäcker verkauft super Semmeln. In den Straßenkneipen bekommt man Tee und Bier (Name Assmara ).Einen Restaurantbesuch kann ich nicht empfehlen, denn alle die hier auswärts aßen waren dannach schwer krank ( Shigellen). Die Restaurants sehen schon äußerlich nicht überzeugend aus.

Assmara ( die Hauptstadt):


Den Ausflug in die auf 2000m Höhe gelegene Stadt sollte man sich nicht entgehen lassen. Schon die vierstündige Taxifahrt über eine nicht enden wollende Passstraße ist ein Erlebnis für sich, da sich Landschaft und Vegetation ständig ändern. Ist es am Meer trocken, sandig heiß und staubig, empfängt einen Assmara mit angenehmen Temperaturen und viel Grün. Der italienische Einfluß ist immer noch spürbar, jedoch als ob die Zeit bei Mussolini stehen geblieben wäre.


Es gibt Straßencafes im italienischen Stil mit Cappucino und italienischen Törtchen, kleine, gut bestückte Supermärkte mit italienischen Importwaren , eine Eisdiele und einen guten Obst- und Gemüsemarkt. Viele Leute sprechen noch italienisch. Eine interessante Mischung. Hier ist von der Armut am Meer nichts zu spüren.


Wir haben gut eingekauft, vor allem Dinge die es in den muslimischen Ländern nicht gab,wie: Schinken, Salami, Ricotta, Mascarpone, Crodino.


Zum Abendessen besuchten wir eine sehr gute Pizzeria. Eine der sehr seltenen Gelegenheiten in Afrika auswärts zu essen.

Sudan

Suakin:

Und wieder einmal: Mohammed kümmert sich um alles - Einklarieren, Diesel, Wasser, Geld tauschen, Shore-Päße, Wäsche waschen und so fort. Mohammed bietet das Rundum-Sorglospaket. Die Stadt selbst ist unglaublich , da steht einem der Mund offen, da man nicht glauben kann, daß es sowas noch gibt. Es sieht aus wie eine Filmkulisse aus dem Mittelalter- keine geteerten Straßen, nur Sandwege, Eselskarren, Dorfbrunnen, Häuser aus ehemals Muschelkalk, jetzt halb verfallen, dazwischen Holzhütten . Straßenhändler in weißen Kaftanen, Ziegen laufen zwischen Eselskarren und einigen wenigen klapprigen Autos auf der Straße herum. Ein Riesen-Gewusel und unüberhörbar ruft der Muezzin. Sehr freundliche Menschen. Unser bestelltes Wasser wird uns aus dem Dorfbrunnen, der von einer Bergquelle gespeist wird, von mehreren Eselskarren mit selbstgezimmerten Tanks geliefert. Ein unglaubliches Schauspiel. Das Wasser war entgegen unserer Erwartungen sehr bekömmlich.
Die Lebensmittelversorgung ist mangelhaft, ein Restaurantbesuch nicht zu empfehlen. Auf dem Markt in der Stadtmitte findet man ein begrenztes Angebot an heimischen Obst und Gemüse, alles sehr preiswert. Der Marktmetzger arbeitet in einem abgezäunten Areal unter freiem Himmel. Viele Fliegen umschwirren das Fleisch. Im Hintergrund sitzen ca. 100 Katzen und fressen die Reste. Auf Grund der doch ein wenig mangelhaften Hygiene haben wir vom Fleischkauf Abstand genommen.
In den kleinen Holzhüttchen findet man frische Eier, Gewürze, offenen Reis, Nudeln und Mehl ( vor Gebrauch bitte sieben, da nicht frei von Getier). Ansonsten alles in Dosen. Keine Frischwaren. Beim Bäcker am Straßenrand gibt es gutes Fladenbrot.

Port Sudan:

Goße Hafenstadt. Hier gibt es weniger Eselskarren, dafür mehr klapprige Autos. Ein Riesen-Durcheinander, aber faszinierend. Es gibt sogar ein Hotel mit Kaffee und Kuchen. Die Straßenbäcker verkaufen Fladenbrot, Sesamkringel und süßes Gebäck zum Tee. Kleine Teestände gibt es überall und für Touristen wie wir es sind sogar ein Höckerchen zum Hinsetzen. Mitten in der Stadt ist ein riesiger Obst-, Gemüse- und Fisch-Markt. Der Fisch ist zu 90% getrocknet. Kein größerer Supermarkt mit ergiebigen Sortiment! Nur Dosen, Konserven, trockene Sachen, davon hauptsächlich Kekse in allen Variationen von süß bis salzig. Auf dem Markt findet man völlig überraschend frische Weintrauben, Melonen und Äpfel, allerdings für hiesige Verhältnisse zu exorbitanten Preisen.

Ägypten


Port Ghalib:

Noch im Bau befindliche, große Marina, Erster Einklarierungshafen von Sudan kommend. Keinerlei Versorgungsmöglichkeiten in Laufweite. Der Courtesy-Bus der Marina fährt bei genügend Nachfrage zum nahen Flughafen ( hier befindet sich der einzige Geldautomat) und anschließend zum einzigen kleinen Supermarkt, der ein sehr übersichtliches Angebot hat. Die nächste Stadt ist Safaga, ca. 45 min mit dem Taxi entfernt. Die Ägypter, verwöhnt von Tourismus sind nicht sehr hilfreich und nehmen es von den Lebenden, d,h. für jede Kleinigkeit muss ordentlich gefeilscht werden, sonst wird man regelrecht ausgenommen. Wenn man in Ägypten als Selbstversorger unterwegs ist, muss man feststellen, daß außerhalb eines Hotels die Versorgung recht mangelhaft ist und die ständige Feilscherei geht einem ziemlich schnell auf die nerven.

Luxor:

Haupttouristenort am Nil! Trotzdem lohnt sich ein Besuch in jeder Beziehung! Zum einen wegen der Sehenswürdigkeiten, aber auch wegen der guten Einkaufsmöglichkeiten. Hier gibt es Ecken die nie ein Tourist besucht, mit sehr schönen Läden und einem super Obst- und Gemüse-Markt. Zum Markt und über den Markt fährt man am Besten mit einer Pferdekutsche, das erleichtert den Überblick und die Einkäufe müssen nicht getragen werden. 
In der Haupteinkaufsstraße ( weiß jeder Taxifahrer), reihen sich kleine Krämerläden, Bäcker, Obst-und Gemüsehändler und Metzger aneinander. Hier bekommt man alles in guter Qualität zu günstigen Preisen. 

Safaga:

Hier verbringen hauptsächlich Tauch-und Hoteltouristen ihren Urlaub. Für Selbstversorger ist wenig geboten. Es gibt eine nette Bäckerei , mit leckeren süßen Sachen. Diverse Obst und Gemüsestände, bei denen man nicht die Früchte der Auslage kaufen sollte, sondern nachfragen was hinter dem Stand gelagert ist. Das Vordere ist meist schon recht matschig, das Hintere ist frischer. Die Metzger sind hier weniger empfehlenswert. Beim 10. Minimarkt haben wir einigermaßen gut gefrorenes Huhn gefunden. Der Taxifahrer stand kurz vor dem Kollaps! Es gibt frisches Joghurt und frischen Käse.

Hurghada:

Touristenhochburg schlechthin, aber bei vehementem Nachfragen findet sich doch das eine oder andere gute Geschäft. In der Nähe des Marriot- Hotels befindet sich eine gute deutsch-schweizer Bäckerei. Unser Taxifahrer führte uns zu einem Supermarkt mit kleinem europäischem Sortiment, gutem gefrorenem Huhn, Putenschinken und leckerer Salami. Der Obst und Gemüsemarkt hatte sogar Erdbeeren!

Suez:

Eine sehr angenehme Stadt, mit touristisch unverdorbenen sehr freundlichen Menschen. Mit dem Sammeltaxi kommt man ganz leicht, schnell und günstig vom Suez-Canal Yacht Club in die Innenstadt. Große Auswahl an Geschäften aller Art. Super Eisdiele. Toller Bäcker mit leckeren Kuchen und Torten. Schöner , großer Markt für Obst, Gemüse und frischen Fisch. Große Auswahl an guten Restaurants! Besonders schmackhaft ist Falafel.( Bohnenküchlein ). Diese Spezialität ist an diversen Ständen in der ganzen Stadt in guter Qualität zu bekommen. 

Kairo:

Sehr schöne Stadt- da gibt es alles und noch mehr. Wunderschöner Bazaar mit engen Gassen und Teehäusern, wie aus dem Bilderbuch. Kleine Kneipen mit schmackhaftem ägyptischen Essen. Zwischen Kairo und Suez befindet sich ein riesiger Carrefour-Supermarkt.

Auf dem Blauwasserseminar zur Hanseboot am 29./30.10.2005 (siehe hier) wird Kerstin anwesend sein und kann dann weitere Fragen beantworten. 

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