Entwicklung und Zukunft der Funknavigation (2015)


Stand 2015

Der Unfall beim Volvo Ocean Race (siehe auch hier!) hat uns wieder ein wenig wachgerüttelt: Das GPS allein macht die Seefahrt nicht unbedingt sicherer. Obwohl jede Yachtbesatzung, siehe VESTAS, darauf fast blind vertraut. Nur ganz wenige, sehr sicherheitsbewusste Skipper ziehen - jedenfalls auf hoher See - noch ein zweites Navigationssystem zu Rate. Handeln also nach dem Grundsatz, der in jeder Navigation unbestritten überall gilt: Redundanz ist gefordert, es muß ein zweites, vom ersten unabhängiges System zur Verfügung stehen. Das kann in der Praxis, nachdem alle anderen elektronischen Ortungssysteme der letzten Jahrzehnte praktisch tot sind, nur die astronomische Navigation, also die Schiffsortbestimmung mit Hilfe der Gestirne sein. Aber mal ehrlich: Wer macht sich denn noch die Mühe, den Sextanten rauszuholen, sich einen Platz zum Einklemmen an Deck zu suchen, die Sonne (oder ein anderes Gestirn) per Pendelbewegung auf die Kimm ("was ist denn das?") zu holen und dann mit Hilfe von gemessenem Winkel und der sekundengenauen Zulu-Time eine Standlinie (noch lange keinen Schiffsort) zu berechnen? Wenn der Blick aufs GPS das Ergebnis schon vorher preisgibt. Häufig habe ich beobachtet, wie Freunde hoffnungsfroh den Sextanten für die Atlantiküberquerung eingepackt haben - und hinterher bekennen mußten, dass sie ihn aus Bequemlichkeit gar nicht erst rausgeholt hatten. Ein zweites einfach zu bedienendes Navi für die Hochsee wäre also nötig. Nämlich Galileo, das ähnlich wie GPS, von Satelliten gelenkt wird.

Aber was ist los mit dem viel gepriesenen (aus Steuergeldern mit vielen Milliarden finanzierten) Galileo-System, das uns ja aus der Abhängigkeit des militärischen Global Positioning System (GPS) befreien soll? Sollte das nicht schon vor Jahren in vollem Umfang laufen?

Das für jedes Jahr neu versprochene und vom Steuerzahler (auch vom deutschen) mit Milliarden finanzierte System Galileo ist noch lange nicht einsatzbereit. Da platzt mal eine Rakete oder da landet der Satellit im falschen Orbit. Es ist nicht zu glauben, wie unsere Milliarden - wortwörtlich - sinnlos in den Himmel geschossen werden. Hört sich fast nach Schildbürgerstreich an, ist aber bitterer und extrem teurer Ernst!

Ich sehe schon ein, dass man bei der bisherigen erwiesenen Zuverlässigkeit des GPS gar nicht in Erwägung ziehen möchte, auf ein anderes System ausweichen zu müssen. Schließlich sind die oft vorausgesagten, technisch jederzeit möglichen Störungen (erhöhte Sonnenflecken-Aktivitäten oder Terrorakte  - siehe hier) weitgehend ausgeblieben. Trotzdem: Es gilt noch immer der seemannschaftliche Grundsatz, dass, zumindest auf hoher See, bei der Navigation ein Backup-System vorhanden sein muss.

Aber wie schaut es heute damit aus? Diplom-Ingenieur Uwe Petersen,  Freier Sachverständiger (BVFS) zu Fragen der Navigation, vormals Mitarbeiter im BSH (Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie) beantwortet diese Frage. Petersen hat zu den Entwicklungen der Funknavigation in der Seefahrt auf dieser Webseite schon 2008 exklusiv ausführlich Stellung genommen - siehe hier  und hat dies nun fortgeschrieben. Seine aktuellsten Ausführungen mit wichtigen Änderungen - Stand 2015 - kann hier als PDF-Datei hier nachgelesen oder/und runtergeladen werden.

Wenn Fragen bleiben:

Dipl.-Ing.Uwe Petersen Tel: +49 (0)40 84 05 67 40 - Fax: +49 (0)40 84 05 67 41).

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