Piratenabwehr auf dem Weg durchs Rote Meer


Sybille und Christian segeln mit der SUBEKI (einer JEANNEAU SUN ODYSSEE 42.2 mit vergrößertem Rigg) seit 7 Jahren um die Welt. Die beiden deutschen Segler  kamen auf der  Passatroute über die Karibik , durch den Panama-Kanal und Südsee bis nach Australien, wo sie durch das Barriere-Riff über Timor, Indonesien und Borneo segelten. Anschließend folgten Malaysien (wo die SUBEKI den Tsunami unbeschadet überstand) und Thailand. Hier werden die wegweisenden Entscheidungen für die Weiterfahrt getroffen: Durchs Rote Meer mit dem Piratenproblem oder der viel längere Weg um Südafrika (Kap der Guten Hoffnung)? Die Subeki-Crew entschied sich nach reiflicher Überlegung fürs Rote Meer. Christian beschreibt nachfolgend wohltuend sachkundig und mit viel Insiderwissen die Risiken, überfallen zu werden, - ob mit oder ohne Waffengewalt. Und wie die Rechnung aufgegangen ist. Die beste Bestandsaufnahme der letzten Jahre über dieses Problem!


Golf von Aden oder "Pirate Alley" - die endlose Debatte

Im November, Dezember und bis in den Januar hinein, wenn die Boote nach Westen weiterfahren wollen, ist das beliebteste Thema fast aller Sundownergespräche auf den Ankerplätzen in Malaysia und Thailand die Piratenbedrohung im Golf von Aden. Das ist verständlich.

 
Von Malaysia und Thailand ist der Weg nach Europa durch das Rote Meer der kürzeste, ungefähr 6000 Meilen, verglichen mit dem Weg um Afrika, um das Kap der Guten Hoffnung, in der Größenordnung um 12000 sm. Für viele Segler wäre das eine einfache Wahl, wenn es nicht die Piratenbedrohung im Golf von Aden gäbe (und nicht im Roten Meer, wie in Deutschland oft vermutet wird). Zwischen 1999 und 2005 sind zwei bis sechs Boote von geschätzt etwas über 100 durchreisender Yachten pro Jahr angegriffen worden. Es gab nach meiner Kenntnis einmal eine Verletzte durch Warnschüsse, aber bisher keine Toten. Im Gegensatz zu den gewerbsmäßigen, gut organisierten und schwer bewaffneten Berufspiraten in den Singapur- und Mallaca-Straits sowie vor Somalia, deren Beuteziel große Frachtschiffe oder Tanker sind, handelt es sich im nördlichen Golf von Aden vor der Yemenitischen Küste vermutlich um Fischerpiraten, die ihre Netze manchmal mit Machete und Gewehren vertauschen oder Menschenschmuggler, die auf einen Beifang hoffen; beides nach jetzigen Erkenntnissen keine Profis!

Ihre Bewaffnung besteht in der Regel nicht aus modernen, automatischen Waffen, sondern aus einfachen, älteren Gewehren und Macheten. Der Überfall auf zwei amerikanische Yachten, GANDALF und MAHDI, im März 2005, etwa 35 sm südwestlich von Mukalla heizt die Diskussion besonders an. Hier hatten die Piraten mit zwei Booten angegriffen und ohne Vorwarnung das Feuer auf beide Yachten eröffnet, keine Warnschüsse. Rod Nolin, MAHDIs Skipper, schoss mit seiner Schrotflinte sofort gezielt zurück, worauf die Angreifer von ihm abließen. GANDALF, unbewaffnet, rammte geistesgegenwärtig das gegnerische Boot, und beschädigte es schwer. Als das zweite Boot versuchte GANDALF von achtern zu entern, vereitelte Rod das erfolgreich, indem er zwei Piraten niederschoss, bevor sie auf das Heck von GANDALF übersteigen konnten. Damit war der Überfall erfolgreich abgewehrt. (Weitere interessante Einzelheiten siehe Bobbyschenk.de - hier klicken -). Später, als beide Boote nach Meldung des Zwischenfalls und ihrem Auslaufen aus Aden, vermutlich von rachedurstigen Verwandten der Piraten, beschattet wurden, haben NATO-Kriegschiffe beide Boote längere Zeit schützend begleitet.

Am Horn von Afrika und im Golf von Aden sind seit Längerem NATO-Schiffe zur Kontrolle des Schiffsverkehrs im Rahmen der Operation ENDURING FREEDOM eingesetzt. Daran sind auch regelmäßig deutsche Einheiten beteiligt. Als wir im Sommer in Deutschland waren, hatte ich daher mit dem Flottenkommando in Glücksburg Kontakt aufgenommen und die Erlaubnis erhalten, mit der Fregatte EMDEN, die im März in diesem Seegebiet stehen sollte, direkt Verbindung aufzunehmen. 


In dieser Debatte kristallisieren sich schnell zwei Segler Lager mit unterschiedlichen Bewertungen und Handlungsansätzen heraus:

  • Das eine Lager glaubt an schützende Passivität: Vor dem Golf wichtige Dinge, Wertsachen und Geld gut verstecken, Scheinwertsachen bereit halten, im Falle eines Falles MAYDAY funken, EPIRB aktivieren, Boot aufstoppen, sich grundsätzlich nicht wehren, Piraten an Bord kommen lassen, jeden Anschein einer Provokation unterlassen, hoffen, dass nichts passiert, Ausrauben ertragen und weiterfahren.

  •  Die anderen wollen aktiv das Überraschungsmoment ausnutzen, dass Yachten sich überhaupt wehren. Sie sind darauf eingestellt, mit Leuchtpistole und Blitz/Knall Seenotmunition, wie die deutsche Segelyacht MINTAKA 1999 (siehe www. bluewater.de) oder, wie MAHDI, mit einer Schrotflinte diese Leute erfolgreich abzuwehren, beziehungsweise, sich diese aktive Option zumindest offen zu halten, um je nach Lage zu entscheiden.

 
Beide Gruppen sind sich darüber einig, im besonders gefährdeten Abschnitt zwischen Salalah/ Oman und Aden/ Yemen, im Konvoi zu segeln und dabei weit nach Südwesten auszuholen, um erst einmal von der Yemenitischen Küste frei zu kommen. Dabei ist es wichtig, von Somalia, als der noch gefährlicheren Küste, möglichst 90sm Abstand zu halten, ebenso, zwischen 48°50' E und 47°50' E, 50 sm vom Yemen. Der Bereich 10 bis 30 Meilen südwestlich des Hafens Mukalla gilt als das besonders gefährliche Gebiet, welches es unbedingt zu meiden gilt. Alle sind darauf eingestellt, passive Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, jedem Fischerboot weiträumig ausweichen, nachts keine oder wenig Licht zeigen und vom UKW Funk so wenig wie möglich Gebrauch zu machen. Sollte ein Überfall stattfinden, wird EPIRB aktiviert und ein MAYDAY gesendet. In der Dunkelheit, bei Starkwind und grober See wird die Gefährdung durch Piraten als sehr gering eingeschätzt.


Entschluss

Nach vielen und langen Diskussionen mit anderen Seglern steht unser Entschluss: Wir, drei „gleich gesinnte“ Boote, TSOLO (US), NEREUS (UK) und SUBEKI werden ab Salalah einen Konvoi bilden. Im Falle eines Angriffes wollen wir nicht nur die EPIRBs aktivieren und MAYDAY funken, sondern uns mit allen Mitteln, die uns zu Gebote stehen wehren und gegenseitig unterstützen. 


“Unter alle Mittel“ fällt bei uns, den Gegner mittschiffs mit hoher Fahrt zu rammen und der Einsatz der Leuchtpistolen mit Blitz/Knall- sowie anderer Signalmunition im direkten Schuss. Davon versprechen wir uns eine gute Wirkung gegen die von Piraten genutzten hölzernen Fischerboote, die häufig auch Außenborder- Benzintanks und andere brennbare Dinge an Deck haben. Ein Boot, das brennt, hat keine Zeit mehr für Piraterie, sondern andere Sorgen. Einzelheiten sollen in Salalah/ Oman festgelegt werden. Von hier soll auch Verbindung mit der EMDEN aufgenommen werden, um auszuloten, ob wir von Nato-Kriegschiffen, ohne deren Auftrag zu beeinträchtigen, irgendeine Unterstützung erfahren können. Wir laufen am 25. Januar 2006 aus Langkawi (Malaysien) aus.

Unsere Vorbereitungen

Am Nachmittag des 2. März, nach 3000sm und Stopps in Gaulle/ Sri Lanka und Uligamo/ Malediven laufen wir in Salalah/ Oman ein; unser erster arabischer Hafen. 
Noch am Abend unserer Ankunft schicken wir eine Email an die Fregatte EMDEN. Aber leider erhalten wir von ihr keine Antwort, sondern eine lange Email vom Einsatzführungskommando der Bundeswehr, die eine Menge, für uns wenig brauchbare Ratschläge enthält, wie zum Beispiel: Rufen Sie bei Public Affairs der 5.US Fleet in Bahrain an, Telefon …, informieren Sie sich beim NATO SHIPPING CENTRE Northwood England, Telefon…, und, wenn Sie angegriffen werden, rufen Sie über Funk so und so um Hilfe. (Wie ein MAYDAY abgesetzt wird, haben wir bereits beim BR-Schein gelernt.)

Der antwortende Fregattenkapitän meint es gut, aber er ist wohl kein Segler. Auch eine zweite Email an die EMDEN, Info an alle anderen bisher Beteiligten der Marine, bleibt bis heute unbeantwortet. Wir sind sehr enttäuscht.

In Oman kann man auch Waffen kaufen. An einer Ecke, direkt neben einer Bank, bieten bärtige, Männer, Beduinen, die einem Film entsprungen sein könnten, ältere Gewehre zum Verkauf an, zumeist englische 1.- oder 2.- Weltkriegsmodelle, auch Munition, Messer und prächtige Dolche. Pistolen, Schrotflinten, moderne Schnellfeuergewehre oder gar Kalaschnikows sieht man hier nicht. (Meine Wahl zur Selbstverteidigung auf See wäre immer eine Schrotflinte und niemals eine Kalaschnikow, die dazu auch noch eine Kriegswaffe ist, die man als Privatmann nicht besitzen darf -  siehe auch www.bobbyschenk...

 
Gegenüber ist der Große Bazar, wo man alles kaufen kann, vom Turban bis zu Weihrauch und Myrre. Was wir auch tun. Aber neben diesen Sightseeing Aktivitäten, geht es natürlich auch um die Vorbereitungen, heil durch "Pirate Alley" zu kommen, wie die Segler das Gebiet zwischen 48.50 und 47.50 östlicher Länge im Golf von Aden nennen.


Inzwischen ist eine britische Fregatte im Hafen eingetroffen, HMS MONTROSE. Ihr Erster Offizier ist sich nicht zu schade, mit den Seglern selbst Kontakt aufzunehmen und sich ihre Piratensorgen anzuhören. Er informiert, dass im Augenblick mindesten 6 Kriegschiffe hier im Einsatz seien und neben anderen Aufgaben „Pirate Patrol“ durchführen; er gibt seine Dienst- Email heraus und nennt uns eine Notfrequenz, auf der die “Coalition Warships“ hören. Was für ein Unterschied zur deutschen Marine! Einen Tag vor uns läuft ein Segler-Konvoi von sieben Booten aus. Sie haben einen kleinen Operationsplan erarbeitet, Konvoiregeln aufgestellt und Aufgaben verteilt, wer wann Radarwache hat und wie sie bei Piratenangriffen reagieren wollen. Sie nennen ihre Gruppe „Dexy’s Midnight Runners“.

Wir, TSOLO, NEREUS und SUBEKI haben unsere Vorbereitungen ebenfalls abgeschlossen. Unsere Wegepunkte, Funk und Radareinsatz, Verhalten bei Annäherung verdächtiger Boote, sowie Verhalten bei Piratenangriff sind fest gelegt. Wir nennen uns - ein wenig Galgenhumor muss sein - „Three Blind Mice“( in Anlehnung an das englische Kinderlied, indem drei kleine Mäuse um ihr Leben vor dem Schlachtermesser der Bauersfrau rennen). 

Nach dem Auslaufen schicken wir eine Email an HMS MONTROSE:

„09mar06 16deg34E 053deg50E
TO: HMS Montrose
From: Sailing Vessel Convoy "Three Blind Mice"

If you do not mind, we would like to let you know our intentions:
Our "convoy" consists of three boats:
NEREUS (UK)
TSOLO (US)
SUBEKI (GE)

We have just left Salalah at 090700Zmar06 ; course: 207T; our passage way points are:

WP 4: 15deg00N 053deg00E
WP 5: 12deg30N 048deg60E
WP 6: 12deg30N 047deg30E
WP 7: 12deg15N 045deg29E
WP 8: 12deg44N 044deg57E

We try to maintain a speed of not less than 5.5 kn

Wir haben uns vorgenommen, zumindest im besonders gefährdeten Gebiet zusammen zu bleiben, aber leichter gesagt als getan. TSOLO (50 Fuß) und SUBEKI (42 Fuß) haben damit keine Schwierigkeiten, wohl aber Motorsegler NEREUS. Bei wenig Wind segelt NEREUS langsamer als wir beide, wenn es aber ums Motoren geht, kann die NORDIA 58 nicht langsamer als 5.5, manchmal sogar nur Minimum 6 Knoten fahren. Das führt bei wenig Wind dazu, dass das Boot entweder zurück hängt oder voraus fährt. Aber irgendwie schaffen wir es meistens, doch nicht immer, einigermaßen in Sichtweite zueinander zu bleiben. Wir stellen allerdings schnell fest, dass es bei einem Abstand von mehr als einer Meile kaum mehr möglich ist, sich schnell und effektiv bei Gefahr gegenseitig zu unterstützen. Die unsichtbare Präsenz der Coalition Warships, die wir über Funk auf Kanal 16 ständig mitbekommen, manchmal sogar über 120 sm Entfernung, wie aus den Standorten der angerufenen Schiffe hervor geht, beruhigt irgendwie. Da auch wir, wie ausprobiert, auf Kanal 16 und 6 über ähnliche Distanzen funken können, wenn wir auch nicht wissen, warum das funktioniert, glauben wir, im Falle eines Falles würde unser MAYDAY auch gehört werden.


Wir hören mehrmals am Tag und auch in der Nacht, wie NATO-Kriegschiffe, die sich hier über UKW mit „ This is Coalition Warship F … “ (und dann folgt eine dreistellige Nummer) melden, mit vielen Schiffen Kontakt aufnehmen, um diese zu überprüfen und freuen uns über ihre dichte Präsenz. Wir selber werden eine Nacht von der MONTROSE beschattet, außerdem fliegen uns zweimal holländische Bordhubschrauber an und sehen nach dem Rechten.

Der Zwischenfall

Nach drei Tagen, gegen Mittag, kurz vor dem Hochgefährdungsbereich passiert es denn auch. NEREUS hängt gut 2,5 sm zurück, als wir zwei yemenitischen Fischerboote auf Gegenkurs sichten. Sie haben offensichtlich starke Motoren und bolzen mit hoher Bugwelle gegenan, während wir vor dem Wind mit ausgebaumter Genua und Bullenstander segeln. Kurz vor uns ändern sie ihren Kurs und fahren dicht an uns vorbei. Wir fühlen uns inspiziert und sind vorbereitet, uns zu wehren, wenn erforderlich. Als die Fischer das kleine weiße Segel von NEREUS, weit hinter uns ausmachen, drehen sie ab und fahren geradewegs auf unseren Nachzügler zu. Damit haben sie ihre Chance. Sind das Piraten oder neugierige Fischer? Wir rollen die Vorsegel ein, sind dabei umzudrehen, um ebenfalls gegen die 20kn Wind und die entsprechende Welle anzubolzen und sorgen uns, zu spät zu kommen. Dann sehen wir wie ein Fischerboot ausschert. Sie nehmen NEREUS von beiden Seiten in die Zange. Dieses Manöver sieht eindeutig aus. Wir befürchten das Schlimmste. Man kann aus dieser Entfernung auch im Fernglas nicht erkennen, was sich soweit weg hinter uns abspielt. Es gibt ein paar sehr lang erscheinende, bange Minuten. Dann aber meldet NEREUS, es sei alles ok und die Fischer führen weiter. Uns fallen mehrere Steine vom Herzen. Obwohl alles gut gegangen ist, sind wir bestürzt. Im Falle eines tatsächlichen Piratenangriffs wären wir bestimmt zu spät gekommen, um noch helfend einzugreifen.

Was die Fischerboote zu diesen, aus unserer Sicht sehr verdächtigen Manövern bewogen hat, Neugier oder etwas anderes, wissen wir nicht. Und genau solche lange unklar bleibende Situationen machen es schwierig, sich richtig und schnell zu entscheiden. Bevor man guten Gewissens selber aktive Gegenmaßnahmen trifft, muss die andere Seite absolut eindeutig eine feindselige Absicht gezeigt haben, wie im Fall GANDALF und MAHDI. In weniger klaren Situationen mag es manchmal dann auch zu spät sein. Genau diese Problematik macht angemessenes, richtiges und verantwortbares Handeln so schwierig, insbesondere, wenn die Nerven blank liegen, weil man sich bedroht fühlt. Es ist einfach so, alle Fischerboote, die sich Yachten in diesem Seegebiet nähern, stehen unter Generalverdacht, auch wenn 99,9% davon harmlos sind.

Mit unserem Timing haben wir Glück, das besonders gefährdete Gebiet von Pirate Alley, durchqueren wir, weitgehend abgeblendet fahrend, bei Nacht ohne Zwischenfälle.


An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass man im Golf von Aden beileibe nicht die ganze Zeit angespannt ist und sich unwohl fühlt, das war nur in der beschriebenen, aus unserer Sicht etwas kitzligen Situation der Fall und im eigentlichen Hochrisikobereich zwischen 48.50 und 47.50 E südwestlich Mukalla.

 
Trotzdem sind wir froh und erleichtert, fünf Tage nach Verlassen Salalahs wohlbehalten in Aden einzulaufen. 

Nachlese

Hier treffen wir auch SERENO wieder, eine amerikanische Yacht, die wir aus Langkawi kennen. Sie gehörte zu dem einen Tag vor uns aus Salalah ausgelaufenem „Dexy Midnight Runners“ und berichtet, dass es fast unmöglich gewesen sei, mit sieben Booten des Nachts eng, also auf Viertelmeilenabstand zusammen zu bleiben und nennen es einen Albtraum. Ein Boot hatte einen Maschinenausfall in einer Totalflaute, der Konvoi dümpelt für 6 Stunden an einer Stelle, Dinghys werden zu Wasser gelassen, aber die Maschine bekommt keiner wieder in Gang. Der Skipper entschließt sich nach Salalah zurück zu segeln, wenn wieder Wind da ist. Inzwischen haben sich einige neugierige Fischerboote angesammelt und beäugen das Drama aus der Ferne, was nicht zur Beruhigung beiträgt. Es sind keine Piraten. Die SIR GEORGE, so heißt das Boot, erreicht nach zwei Tagen unversehrt Salalah, wie die MONTROSE den Konvoi über das Flying Fisch Net wissen lässt . Alle anderen Boote dieses Konvois kommen ebenfalls ohne Piratenkontakt in Dschibuti an.


Ein anderer Segler Konvoi berichtet, dass eine US Fregatte unterwegs bei ihnen angefragt habe, ob sie etwas gegen eine Begleitung hätten und ob bei ihnen alles o.k. sei. Das Angebot wurde dankend angenommen und das o.k. nur in soweit eingeschränkt, dass ihnen das Eis ausgegangen sei. Eine Stunde später ließ das Kriegschiff ein Schlauchboot zu Wasser, das eine Riesenpackung Eiscreme überbrachte. So geht es auch!


Die Schweizer Segelyacht VITO, uns im Golf eine Woche voraus, wird auf Position 13°05'N / 49° 51'E, 90sm SSE von Mukalla durch Fischerboote bedrängt und entkommt im Schutze der Dunkelheit durch hohe Fahrt mit 8kn.


Die Yacht TIR NA NOG setzt am 16. April 2006, 20 sm vor der yemenitischen Küste kurz vor Aden, in einer bedrohlichen Situation einen MAYDAY-Spruch ab. Eine holländische Fregatte sieht später nach dem Rechten, aber kann keine Anhaltspunkte mehr für eine Piratengefährdung feststellen. Bei unserer INTERMAR Funkrunde am 2. Mai erfahren wir von der deutschen Yacht PETIT PRINCE, die neben TIR NA NOG in Aden ankerte, dass diese mit Schusswaffen bedroht wurde. Das Erscheinen von drei Handelsschiffen auf das MAYDAY hin, habe die Piraten vertrieben. Bei den Piraten habe es sich um drei Speedboote sowie einen Fischkutter als Mutterschiff gehandelt. (Aus meiner Sicht würde das eher auf Piraten somalischen Ursprungs hindeuten.)

Vorschlag

Nach meiner Auffassung trägt die starke Präsenz der NATO-Kriegschiffe im Golf von Aden maßgeblich zur Sicherheit auch der Segelboote bei. Es wäre gut, wenn die Yachten eine bekannte feste, über Email erreichbare NATO-Ansprechstelle hätten, der man die Konvoidaten und Positionen ab Salalah bis Aden regelmäßig mitteilen kann sowie eine ständig abgehörte HF-Notfrequenz für alle Fälle. Wenn die Kriegschiffe Positionen und Bewegungen der Konvois auf ihren Plots hätten, könnten sie im Notfall schneller und effektiver helfen. Die Segler würden sich zu Recht sicherer fühlen können. 

Fazit

Unter den gleichen Umständen würden wir diese Fahrt so wieder machen.

Christian Uehr
SY SUBEKI

Von der Subeki-Crew sind auf dieser Page zwei weitere Reiseberichte: "Venedig Asiens" - siehe hier und "Subeki besucht die Menschen des Waldes" siehe hier .

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