Schatzsuche erfolgreich: Sichere Hafenmanöver für 19 Euro

Von der gar nicht so kleinen (46 Tausend Besucher) und wahrhaft feinen Bootsausstellung in Tulln bei Wien hab ich zwei Nachrichten mitgebracht. Die schlechte, die mit der Dieselpest, die uns wohl alle berühren wird, werde ich nicht heut, sondern demnächst mitteilen, der Wochenanfang soll nicht verdorben werden. 


Die gute Nachricht: Ich hab unter den vielen hundert Computerprogrammen, die sich mit dem Fahrtensegeln beschäftigen, den Diamanten schlechthin entdeckt. Was die Qualität angeht - und nicht den Schäkel-Preis von gerade mal 19 Euro für Michaels Hafenmanöver

Aber der Reihe nach: Am Stand von OCEAN7 feierte Kap Horniere Karla Schenk (rechts im Bild von Erich Schönauer, Kronen Zeitung) die Premiere ihrer launigen Biographie (siehe hier) zusammen mit ihrer Autorin, der Weltumseglerin Alexandra Schöler (links). 

Mit am Stand als Gast von OCEAN7 Michael Menard, der dort ein von ihm entwickeltes Lehrprogramm zum Thema Hafenmanöver erklärte. Auch mir, der ich mich bemühte, höflich zuzuhören. Das Bemühen währte nicht lang, denn im Handumdrehen war ich von dem Programm Michaels Hafenmanöver vollends fasziniert.

Eine Anmerkung muss ich hier einschieben: Von all meinen Büchern hat mein kleines Bändchen HAFENMANÖVER (Verlag Delius Klasing) nach den Navigationsbüchern mit circa 40 Tausend Exemplaren (ohne die Auslandsausgaben) die meisten Leser gefunden. Den Grund kennt jeder, der schon mal als Yachtskipper gefahren ist. Unter allen Manövern mit unseren schweren Yachten sind die Hafenmanöver die heikelsten. Sie zu segeln oder zu motoren, ist die schwierigste aller Herausforderungen, denn Yachten haben im Gegensatz zu Autos keine Bremse. Dagegen ist die Segelei draußen auf See kindisch einfach, solange wir eine ungewollte Halse sicher vermeiden können - eine ganz andere Sache ist es, mit einer Regattayacht so schnell wie möglich zu segeln, aber von dieser Kunst sei hier mal nicht die Rede.

Kurzum, bei einem Hafenmanöver gefährden wir unsere kostbaren Yachten, immer im Wert von vielen tausend Euros und nicht selten Hauptteil unseres Vermögens, wenn wir das Manöver nicht richtig anpacken. Und das lässt uns nervös werden. Der Wind steht ungünstig…. die Lücke an der Pier ist zu eng … und so fort. Der Sorgen sind dort viele und nicht umsonst ist der Besanschot-an-Trunk so beliebt: "Geschafft!"

Ich gestehe gern: Wenn meine Yacht nicht mit der Schokoladenseite (Radeffekt und ablandiger Wind!) an der Pier liegt und reichlich Platz voraus ist, was in der Praxis selten vorkommt, dann bin ich vor dem anstehenden Ablegemanöver nicht gerade nervös, aber zumindest angespannt. Und nicht selten strolche ich an der Pier rum und überlege mir das Ablegemanöver tagelang. Selbstverständlich so, dass meine Mitsegler diese Unsicherheit nicht bemerken. Ich bin davon überzeugt, dass es vielen tausend Seglern auf acht bis achtzehn Meter langen Yachten, auch Profis, nicht anders ergeht.

Und da kommt so ein Österreicher, ein Binnenländer, daher und will uns Hafenmanöver per Computer beibringen? Genau ! Denn hierzu mal die Fakten: "Die Österreicher" haben ein Segelscheinsystem, von dem sich wir Deutsche uns nicht eine, sondern viele Scheiben abschneiden können. Haben Sie jemals von einem fünftägigen Prüfungstörn in Deutschland gehört? Nein, bei uns beschränkt man sich auf ein paar läppische Anlegemanöver an der langen Pier mit Maschine. In Österreich dagegen: Ein Meilentörn, eine Nachtfahrt, eine Navigationsfahrt, diverse Anlegemanöver, und zwar mit großen und deshalb schweren Yachten von 10 bis 15 Metern Länge. Und dabei immer den gestrengen Prüfer hinter sich und an Bord im Kreuz. Sorry, aber das Ausbildungsniveau für die österreichischen Scheine - je nach Fahrtenbereich von Binnen bis Hochsee - ist nicht nur höher, es ist von ganz anderer Qualität. Und dementsprechend ist auch das Niveau dieses Computerprogramms, Michaels Hafenmanöver, aus österreichischer Hand und österreichischem Kopf.

Die Grafiken in Michaels Hafenmanöver sind, weil animiert, so, wie ich sie mir als Autor in meinem Buch gewünscht hätte. Und die fachliche Qualität ist einfach faszinierend, schlicht genial. Nachdem ich selber schon vor vielen Jahren erfolgreiche Computerprogramme geschrieben habe ("Bobby Schenk's Yachtcomputer", "Navtools" etc) kann ich wohl die Qualität einer Software auf diesem Gebiet beurteilen. Das Programm Michaels Hafenmanöver von Michael Menard (Ausbildungsskipper fürs Hochseesegeln mit vielen Tausend Seemeilen Erfahrung und ehemaliger Leiter Operations im IT-Bereich an der Universität Klagenfurt) ist sensationell, weil es inhaltlich auf höchstem Niveau und hervorragend programmiert ist. Beides zusammen findet man selten, denn der Aufwand, den es erfordert, ein gutes Programm zu schreiben, ist für Laien unvorstellbar. Oder weiß jedermann, dass oft tausende (!) von Mann-Stunden, ja –Jahre, für die Arbeit an einem Computer-Spiel-Programm draufgehen?

Schauen wir uns das Lehr- und Übungs- Programm Michaels Hafenmanöver näher an. Es ist unterteilt in mehrere "Kapitel", wie rechts und links aufgeführt. So wie man sich das auch in einem gründlichen Buch über Hafenmanöver vorstellen würde ("Fahrtechnik", "Anlegen", "Ablegen" etc). Die textlichen Darlegungen sind von einem, der mit den verschiedensten Yachten unzählige Hafenmanöver gefahren, seine Lehren aus manchem nicht optimalen An-oder Ableger gezogen hat und diese Erfahrungen in einfacher und sehr übersichtlicher Systematik weitergibt. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, was speziell für die liebevoll gestalteten Abbildungen gilt. Aber Michaels Hafenmanöver bietet ungleich mehr und das macht es einzigartig; die einzelnen Manöver werden mit animierten Grafiken viel realitätsnäher dargestellt, als es eine gedruckte Grafik je könnte. Wunderbar, wie man hier die Auswirkungen von Seitenwind, Schub, Radeffekt nicht nur erklärt bekommt, sondern auch plastisch und damit viel nachvollziehbarer wahrnimmt. Das beginnt mit der einfachen Darstellung, wie sich eine Yacht dreht, bis hin zum so wirkungsvollen Einsatz von Springs bei An- und Ablegemanövern. Was, die Springs bis jetzt nur zum Festmachen benutzt? Dann haben Sie sich viel überflüssige Arbeit angetan! Das Programm zeigt Ihnen, wie es geht. Kein Grund mehr, sich vor solchen Techniken zu drücken. Bald werden Sie besser mit der Yacht umgehen können, als die berühmten Kapitäne an Land!

 

Schauen wir uns beispielsweise zunächst eine dieser Grafiken an, die wir hier mal automatisch ablaufen lassen. (Wenn diese drei Grafiken nicht angezeigt werden, sollten Sie den ohnehin empfehlenswerten Adobe Flash Player runterladen, und zwar hier)


Wir wollen vor Anker gehen, aber auch unsere Yacht, eine BAVARIA 45, mit Hilfe einer 
Landfeste in einer bestimmten Richtung sichern (Phase 1). Die Yacht nähert sich gegen den ablandigen Wind. Und gibt "Ruder hart Steuerbord" (Phase 2). Das Beiboot ist klargemacht zum Absetzen eines Crewmitglieds. Bevor es zu seicht wird (man beachte die Wasserfärbung!), dreht die Yacht (linksdrehende Schraube!) vor den Wind und vom Land weg (Phase 3). Der Mann im Beiboot entfernt sich von der Yacht und paddelt zum Land. Er springt an Land und befestigt die mitgebrachte Leine an einem Felsen (Phase 4). Anschließend rudert er mit der Festmacherleine zur vor Anker liegenden Yacht, wobei diese rückwärts geht. Die Landfeste wird belegt (Phase 5).

Eine beispielhafte Feinheit bei diesem Manöver: Die Landfeste wird zunächst nicht von Bord aus bedient, was schwierig für den Mann im Beiboot wäre. Denn gegen den Wind anzupaddeln und gleichzeitig die schwere Leine durchs Wasser zu ziehen, ist natürlich viel problematischer, als die Festmacherleine im Beiboot zum Land gegen den Wind zu paddeln, um sie dann mit dem Wind zur Yacht zu bringen – es ist viel einfacher umgekehrt. 


Im konkreten Programm können die einzelnen Phasen per Maus oder Touchpad angesteuert werden. Ganz einfach in der Grafik unten auf START klicken und dann vorwärts oder auch zurück mit den waagrechten Pfeilen steuern!

So wie in der nächsten Grafik - einem Zuckerl Und jedem, der es noch nie probiert hat, dringend zur Nachahmung empfohlen: Situation ist ablandiger Wind, also nicht besonders schwierig zum Anlegen. Anders aber schauts aus, wenn nur der Liegeplatz unmittelbar vor dem Motorboot in Frage kommt und eine Annäherung von rechts nicht möglich ist. Ausgangsposition vor dem Wind vorm Steg (Phase 1). Yacht fährt rückwärts an die Pier und setzt Mann ab (Phase 2). Eine Mittschiffs-Spring wird um den Poller gelegt (Phase 3). Skipper dampft mit Ruder "Steuerbord" in die Spring langsam ein, bis Zug auf die Leine kommt (Phase 4). Schiff dreht sich längseits an die Pier. Mann auf der Pier bringt Vorleine aus. Boot ist vorläufig fest und kann in Ruhe vertaut werden (Achterleine, Springs).

Ein weiterer Pluspunkt, bei dieser Qualität allerdings schon selbstverständlich: Michaels Hafenmanöver ist kinderleicht zu bedienen, langes Studium einer Gebrauchsanleitung ist nicht notwendig. Mit ein wenig Rumklickerei, das machen wir doch alle, ist man schon drin!

Prima, oder? Michaels Hafenmanöver kann also nicht nur verwendet werden, um vor dem geistigen Auge die Manöver durchzuspielen, bei denen im Sommer die Nerven flattern, sondern dient wie keine andere Software dazu, die Crew an Bord mit Hilfe eines Tablets oder des I-Phones auf ein bevorstehendes Ablege- oder Anlegemanöver ohne Hektik wie hier auf den Fotos vorzubereiten. Dazu ist kein WLAN oder eine vernetzte Yacht notwendig, ein einfaches Tablet oder Notebook reicht. Denn Michaels Hafenmanöver läuft auf Android, also den allermeisten Nicht-Apple-Smartphones, auf Apple sowieso und auch zur Übung daheim stinknormal auf Windows. Beziehen kann man das Programm über den Appstore (IPAD) und Google Play (Android) für 19 Euro. Die Windows-Version für 34,90 € per Mail bestellen unter menard@blue-2.at. Weitere Informationen unter: www.skippertrainer.com.

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