Malaria - von Weltumseglern unterschätzte Gefahr

Da machen sich die angehenden Weltumsegler jahrelang Gedanken um die "richtige Rezept"  gegen den ultimativen Sturm, um die "richtige" Taktik gegen schlafende Wale, um das "richtige" Ernährung, um den "Luftröhrenschnitt", um die "Blinddarmoperation mit  Bordmitteln unter Funkbegleitung" - alles Dinge, mit denen sie später mit einiger Wahrscheinlichkeit kaum jemals konfrontiert werden. Naheliegende Gefahren, gar Risiken fürs Leben (Malaria Tropicana etc), siehe unten, werden kaum ins Kalkül gezogen. Dabei kommt man um nachfolgende Problematik kaum herum, wenn man sich in bestimmten Gebieten Asiens aufhält, wo die "local people" häufig immun gegen diese Krankheit sind. Als Karla und ich in Indonesien herumgesegelt sind, war deshalb meist unsere erste Frage bei den Einheimischen: "Here malaria?". Einmal war die Antwort ein energisches: "Here nooo malaria!". Eine vorsichtige Nachfrage im lokalen Krankenhaus ergab ein herzhaftes Lachen des Chefarztes: "This is the center für malaria!" . Dabei ist ein Schutz gegen diese bösartige, manchmal lebenslange Krankheit so einfach. Wenn man es rechtzeitig bedenkt.
Bobby Schenk


Moskito Moskito - Mückennetze fürs Boot

von Sybille Uehr

Wir segeln nach unserer 12 jährigen Weltumseglung wieder in heimischen Gewässern. Die Erinnerung an mückenreiche Sommer in Skandinavien ist bei mir immer noch ganz lebendig, denn die kleinen Plagegeister lieben mich! Doch wider Erwarten gab es hier im Norden in den letzten Jahren keine Mücken. Die Moskitonetze, die immer noch die Luken und den Niedergang unserer SUBEKI schützen, waren bisher hier im Norden nicht wirklich notwendig.

Als wir unterwegs waren, haben uns diese Netze vor juckenden Stichen und vor allem vor Malaria beschützt. Wer meint, er könne die drei Monate, die er auf den traumhaften pazifischen Inseln verbringt, auf Mückenschutz verzichten, der irrt! Auch eine medikamentöse Prophylaxe über längere Zeit, verbietet sich wegen der erheblichen Nebenwirkungen.

Die kleinen, hungrigen Plagegeister kommen in der Abenddämmerung oder in der Nacht und versenken Ihren Stachel unbemerkt in unsere Haut, saugen unser Blut, bis sie satt sind und verschwinden wieder. Dann beginnt es zu jucken!! Wenn wir Glück haben bleibt es dabei. Leider kann eine infizierte Anophelesmücke, einzellige Parasiten (Plasmodien) übertragen, die eine Malariaerkrankung auslösen.

Es gibt verschiedene Malariaerkrankungen, die gefährlichste ist die Malaria tropica, die neben den Symptomen, wie hohes Fieber, Schüttelfrost, Beschwerden des Magen-Darm-Traktes und Krämpfen auch erhebliche neurologische Komplikationen hervorruft. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 12 und 30 Tagen.

Beim Bernhard-Nocht Institut für Tropenmedizin erhält man aktuelle Information über die Verbreitungsgebiete und Hinweise, wie man sich schützen kann. Nimmt man Prophylaxe ist ein Malariatest oft schwierig. Wir hatten einige Dosen Notfalltherapie dabei, die bei einer Erkrankung genommen werden konnte.

Doch die Lösung heißt: Ab 17:00 Uhr (um 18:00 Uhr ist es in den Tropen dunkel) mit Mückenschutz einreiben, und das Innere des Schiffs vor den kleinen Plagegeistern schützen.

Wie machen das die anderen? Man versucht die besten Ideen bei anderen Schiffen zu klauen und hier ist meine „beste“ und einfachste Lösung: Ich hatte ein einfache Nähmaschine an Bord, und mir von meinem Segelmacher große Rollen Klettband mitgenommen, die weiche Seite ohne und die Häkchenseite mit Kleber. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, wozu ich die brauchen könnte, doch auf dem Weg in die Tropen, gab es dann überall diese Mückennetze von der Rolle zu kaufen. Es ist ja so einfach: das Häkchenklettband klebt man auf den Lukenrand und der weiche Teil wird auf das passend zugeschnittene Mückengitter genäht. Klappt prima und kann zu Öffnen oder Schließen der Luken leicht ein Stück abgenommen werden.

Der Niedergang ist schon schwieriger. Wir wollten ja etwas praktisches, das man nicht immer auf- und abbauen muss. Die Lösung: Man klebt Klettband um die Kante des Niedergangs, und teilt das passende Stück Mückennetz einmal längs in der Mitte durch. Hier wird ein Reißverschluss und rundherum das weiche Klettband angenäht. Ist der Reißverschluss tagsüber offen, fällt das Netz auseinander und man kann ungehindert den Niedergang benutzen. Abends wird nur der Reißverschluss dicht gemacht und kein Moskito hat mehr eine Chance.

Nachmachen erwünscht!

Nachwort: Sieben Jahre segeln, rund um die Uhr. Wie es Sybille und Christian Uehr auf Ihrer Yacht SUBEKI (www.subeki.de) unternommen haben. Da kommen Erfahrungen zusammen, wie sie sogenannte "Fachleute" hierzulande niemals sammeln können. Wer von deren Erfahrungen profitieren will, kommt an der Anschaffung ihres Buchs Sieben Jahre sieben Meere und drei Ozeane nicht vorbei.

 

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