Sonne, Mond und Sterne lügen nie


Astronavigation ist auf hoher See das einzige unstörbare und unzerstörbare Navigationssystem auf der Welt


Es ist doch merkwürdig: Da bereitet man sich auf eine Blauwasserfahrt vor und zieht alle möglichen Ereignisse in Betracht, die höchstwahrscheinlich nie passieren. Die Bordapotheke wird mit allen erdenklichen Medikamenten, Morphium zum Beispiel oder einem Narkotikum, aufgefüllt, weil man ja darauf vorbereitet sein muß, schwerste Verletzungen zu versorgen. In Kursen lernt man, wie man eine Naht anlegt und der berühmten Notoperation am Blinddarm unter Funkbegleitung eines Arztes entgeht man nur, weil man sich den Blinddarm "vorsorglich" vom Fachmann zu Hause rausnehmen lässt. Selbstverständlich hat man Ersatzstagen an Bord und auch sonst ist man auf Havarieen am Rigg vorbereitet wie der "übliche" Mastbruch und für den erwarteten Ruderbruch hat man den Spinnakebaum als Ersatz-Riemen vorbereitet. Auch auf Überfälle muss man vorbereitet sein und deckt sich dementsprechend mit erlaubnispflichtigen Schusswaffen ein, obwohl Raubüberfälle und Einbrüche in sicheren Seegebieten unwahrscheinlicher sind als bei uns zu Hause. Selbstverständlich werden auch Kollisionen mit Walen in Betracht gezogen, und Signalpistole sowie Rettungsinsel gehören ja ohnehin zur Grundausrüstung einer Hochseeyacht, obwohl ein Schiffsuntergang einer Yacht statistisch extrem selten ist, denn die meisten aufgegebenen Yachten werden ja noch nach Monaten treibend aufgefunden. Kurzum, an alles wird gedacht, bloß nicht an die heutzutage durchaus konkret heute drohende Gefahr eines GPS-Ausfalls.

Klar, mehrere Empfänger hat jeder an Bord. Das hilft aber nix weiter, wenn das GPS-Signal aus welchen Gründen auch immer
gestört ist.

 Aus dem Online-Auftritt von FOKUS - (Focus-Online) vor einer Woche:

"Offenbar ließen sich nicht nur Schiffe vom GPS-Radar entfernen, sondern auch Geisterschiffe erzeugen. Das berichtet das Magazin „Technology Review“. Laut Bericht könnten die Daten bewusst gefälscht worden sein...Klar ist hingegen, dass das Ausmaß der Manipulationen enorm ist. Laut Bericht seien allein an einem Tag im Juli knapp 300 Schiffe mit manipulierten Daten identifiziert worden. Einige Schiffe seien innerhalb weniger Minuten von einem Punkt zu einem anderen Punkt auf dem Radar gesprungen. Laut „Technology Review“ könnte es sich bei der Manipulation der GPS-Daten auch um einen Test Chinas handeln. Schließlich lassen sich so die USA, die 24 der insgesamt 31 GPS-Satelliten kontrollieren, über den tatsächlichen Standort bestimmter Frachten täuschen..."

Ja, wird man beruhigt, hier sei das GPS-Signal von irgendwelchen Spaßvögeln oder Gangstern lokal manipuliert worden und das gehe ja nun nur in einem begrenzten Gebiet. Das stimmt so nicht, denn zum Beispiel die amerikanischen Betreiber können das
GPS-Signal beliebig manipulieren, was ja auch schon geschehen ist. Also, kein Grund zur Beunruhigung, Herr Trump wird schon die Sicherheit meiner Yacht nicht gefährden... oder Herr Putin oder Herr Xi Jinping?

Aber GPS, also die Empfangsgeräte, kann auch aus viel näher liegenden Gründen unbrauchbar werden, zum Beispiel, wenn bei einem Gewitter der
Blitz einschlägt. Ich kenne persönlich drei deutsche Yachten, die Opfer eines Blitzeinschlags geworden sind mit desaströsen Konsequenzen. Alle elektronischen Geräte an Bord waren zum Teufel, darunter die GPS-Geräte. Nichts ging mehr!

Passiert ist zwar nichts, aber nur deswegen, weil alle drei Yachten zufällig in Küstennähe getroffen wurden. Blitzeinschlag läßt sich aber nicht auf küstennahe Gewässer begrenzen, sondern kann überall, auch mitten auf dem Atlantik oder sonstwo auf hoher See passieren.

Das GPS-Gerät im Backrohr unterm Gasofen ist auch nicht die hundertpozentige Garantie, dass im Gewitter nichts passiert. Es fiel auf Flügen durch Gewitter auch schon mal die gesamte Elektronik im Flugzeug aus, obwohl dort ja das Prinzip des Faradayschen Käfigs fast perfekt zum Tragen kommt.

Und wie geht es dann in einem solchen Fall weiter, sagen wir mal auf dem Weg von Galapagos nach den Marquesas Inseln?

Kein Problem, denn man wird halt mit dem Sextanten seinen Weg suchen, genauso wie die gesamte Weltschifffahrt bis Ende des letzten Jahrhunderts ihre Kurse mit Sonne und Sternen sicher abgefahren ist!

Wenn ein Sextant an Bord ist! Und wenn der Skipper damit umgehen kann. Eine Selbstverständlichkeit für einen Hochseeskipper.

Früher!

Heute eine Seltenheit. Dabei braucht man nur irgendeinen Sextanten, ein paar Nautische Gestirndaten und einen Bleistift, was ja alles im Vergleich zu unseren schönen Spielzeugen auf der Yacht so gut wie nix kostet. Außerdem ist ein schöner Sextant das einzig wirkliche
beste Statussymbol für den Skipper als Hochseekönner.

Vor allem aber braucht es Kenntnisse in der Navigation mit unserem Hausgestirn, der Sonne (oder auch Mond und Sternen). Und merkwürdigerweise hapert es genau da. Ein Wochenende würde reichen, um sich diese Lebensversicherung im Falle des Falles anzueignen.

Stattdessen
würgt man eine Diskussion darüber ab mit so tollen Argumenten wie: "Astronavigation ist sehr ungenau", oder "Astronavigation geht nur, wenn man auf der Seefahrtsschule war", oder "man muss Astro täglich üben, um sichere Ergebnisse zu bekommen", oder gar: "Astro ist für die Praxis viel zu ungenau!" Und ganz dumm: "Astro ist nur was für Profis!". Siehe die verschiedenen Segelforen...

Dabei ist die Navigation mit den Gestirnen leicht.
Vorkenntnisse sind nicht nötig, schon gar keine astronomischen oder mathematischen.

Und - merke! - Astronavigation ist auf Hochseefahrt das einzige unstörbare und unzerstörbare Navigationssystem. Sie wird deshalb ein stürmisches Comeback erleben, die gute alte Astro! 

An einem Wochenende kann man so viel von diesem wunderbaren Hobby erlernen, dass man damit sicher um die ganze Welt oder auch in kleine Ankerbuchten in der Südsee segeln kann.

Das werde ich am 8. uns 9. Februar gern in den Redaktionsräumen der YACHT in Hamburg unter Beweis stellen. Daneben gibt es für die Seminarteilnehmer die Möglichkeit mit
Sextanten an der Leinwand Gestirne zu messen, wobei deren Bewegungsgeschwindigkeit an die Wirklichkeit genau angepasst ist. Viele Freizeitnavigatoren meinen nämlich, dass sie ohnehin gut messen können, was meistens nicht richtig ist. Denn ein Anfänger sollte mit der richtigen Messtechnik mindestens auf zwei bis drei Seemeilen genau messen können.

Hier weitergehende Informationen und Anmeldemöglichkeit!

Aber Achtung: Die Zahl der Teilnehmer war sach-angemessen sehr begrenzt. In wenigen Tagen war die Veranstaltung der YACHT ausgebucht!

Ausgebucht - Warteliste! !

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