Wetterlinks für Weltumsegler



Last update: 18.Dezember 2000

Mehr Links für Wetter als für Sex

Es gehört heute schon zum "guten" Stil einer jeden Web-Site, die irgendeinen maritimen Touch hat (besonders deutlich auf Vereinsseiten festzustellen), dass man Wetterlinks anbietet. Der Benutzer sieht hierbei bald den "Hafen vor lauter Masten" nicht mehr. Dabei brauchen wir doch unterwegs nur eine möglichst zuverlässige Information über das kommende Wetter, das für uns ausschlißlich interessant ist, wenn wir die zu erwartenden Wind-Richtungen und -Stärken erfahren.

Nun, viele tausend Wege führen dorthin. Gibt man in eine Suchmaschine den Begriff "Wetter" oder besser "weather" ein, dann wird man vor Anzahl der Treffer geradezu erschlagen. Kein Witz, irgendwie tröstlich: Der Suchbegriff "weather" bringt in der Suchmaschine YAHOO mehr Treffer als "sex" - weltweit.

Deshalb beschränke ich mich auf zwei Links, die es in sich haben und die ich - auch auf Grund von praktischen Erfahrungsberichten den Langfahrt- und Blauwasser-Seglern auf Yachten besonders empfehlen kann. Auf diesen Wetter-Seiten findet man wieder weiterführende Links, wobei diese fast immer bereits mit Empfehlungen von Fachleuten versehen sind, sodaß man sich nicht so leicht im Link-Dickicht verliert. Es ist auch ziemlich sinnlos, von Link zu Link zu klicken.

Besonders unterwegs ist es wichtig, sich bereits vor dem Törn mit "seiner" Seite vertraut zu werden. Wenn man nämlich bis zu 25 Seemeilen vor der Küste mit dem GSM-Handy erst versucht, die "richtige" Seite auszuwählen und zu probieren, ist man wegen der Telefongebühren schnell ein armer Mensch. Deshalb lege man sich noch zu Hause die bookmarks an oder benutze die Funktion "zu den Favoriten hinzufügen" (Internet Explorer). Wählt das Handy dann auf See sofort die richtige Wetterkarte an, dann bleibt man unter fünf Minuten. Immer noch eine Menge Geld, doch wer will schon den Wert guter Wetterinformationen in Geld taxieren? 

So eine Verfahrensweise empfiehlt sich besonders für die nachfolgenden Links, eine Schatzkiste für jeden, der die bestmöglichen Wetter informationen sucht:

 

Für Europa:

Europa-Wetter

Mit diesem Link findet man praktisch Alles, alle Satelliten, Vorhersagekarten, Wetterfaxe, Langzeitprognosen und so fort, was in Europa beim Segeln interessieren kann. Selbstverständlich wird man sich nicht erst auf dem Schiff mit diesem metereologischen Schatz beschäftigen, sondern schon zu Hause oder noch im Hafen die persönlich in Frage kommenden Sites sondieren, damit man dann in der Bordpraxis das gesuchte Gebiet zügig anklicken kann.

Weltweit:

WetterOnline

Etwas ganz Besonderes ist die Wetterseite der beiden Diplom-Metereologen Dr. Joachim Klaßen und Dipl.-Phys. Dr. Ulrich Römer, nämlich WetterOnline. Insbesondere die Wind-Vorhersagekarte, auf die der Link zielt, praktisch für die ganze Welt, liefert genau das, was wir Segler brauchen, nämlich ohne Schnickschnack Windrichtung und Stärke. Fürs Rote Meer, für die Tuamotus, für die Biskaya. Für den Atlantik sind gleich mehrere Strecken im Programm, insbesondere die für viele deutsche Langfahrtsegler so wichtige Strecke von den Kanaren nach Antigua, die sonst auf den Wetterkarten meist ausgespart ist. Es macht schon Spaß, einfach anzuklicken, für wie viele Tage man die Vorhersage braucht (bis zu fünf Tage) und schon hat man das Bild mit den Windquadraten vor sich. Unentbehrlich auch für die Routenwahl in die Karibik - soll ich direkten Kurs nehmen oder zunächst nach Süden halten. Freilich die Zuverlässigkeit kann wohl niemand garantieren, vor allem bei längeren Vorhersageintervallen!

Geht man auf diesen Seiten auf die "STARTSEITE", dann findet man neben den Windkarten alles, was der Langfahrtsegler wissen möchte, Satellitenfotos, Bodendruckkarten, Vorhersagekarten (bis zu fünf Tagen), ja sogar Blitzkarten, wo man die derzeitige Gewittertätigkeit rauslesen kann. Und das alles nach kurzer Einarbeitungszeit.

Der Autor hat wetteronline.de auf einem Törn durch die Biskaya täglich benutzt und damit die Erfahrung gemacht, dass die Windkarten außerordentlich treffsicher waren.

Wie kommt das Wetter an Bord?

Daß das Wetter aus dem Internet jeden Wetterkartenschreiber , jedes Wetterfax, jeden gesprochenen Wetterbericht, erst recht jede gemorste Analysekarte weit in den Schatten stellen kann, liegt auf der Hand. Daß selbstgezeichnete Wetterkarten den Skipper ohnehin der Lächerlichkeit preisgeben, wenn gleichzeitig Zugriff besteht zu Wetterprognosen, an denen unzählige Satelliten, Computer und Dutzende von Berufs-Metereologen mitgearbeitet haben, ist selbstverständlich. Doch eine Frage kann - vorerst - noch leider nicht befriedigt werden:

Was hilft mir das beste "Wetter" zu Hause im Computer, der über Telefon das Internet hereinbekommt, wenn ich auf hoher See bin?

Für den Küstensegler, auch an ausländischen und sogar an exotischen Küsten, gibt es eine befriedigende Lösung: Das Handy ersetzt fast(!) perfekt das heimische Telefon. Es gibt keine bessere Lösung als die Handy-Benutzung, auch wenn sie etwas ins Geld geht. Es sind nicht allein die teuren "Mobil-Gebühren", sondern hängt in erster Linie mit den langsameren Datenübertragungs-Geschwindigkeiten zusammen. Währen zu Hause die Satellitenbilder vom ISDN-Modem mit 64000 Baud in den Computer gesaugt werden, vom Analog-Telefon immer noch mit 56000 Baud, leistet das Nokia, das Siemens, und wie unsere Handys alle heißen, gerade mal eben 9600 Baud. Das heißt, ein Satellitenfoto benötigt übers Handy rund die sechsfache Zeit auf den Navigationstisch, wenn(!) das Handy überhaupt im Empfangsbereich eines Providers ist und als Dualbander diesen empfangen kann.

Aber, immerhin, es funktioniert. Selbstverständlich wird man die Verbindungszeit dadurch verkürzen, dass man nicht auf irgendeine Wetterseite geht, um dann auf dem Notebook - während die Telefongebühren klickern - die entsprechende Karte anzuklicken, sondern daß man von vorneherein die exakte Adresse anwählt. Segelt man zum Beispiel gerade in der Gegend von Neuguinea herum und braucht dringend das aktuelle Satellitenbild, wird man nicht aufrufen:

http://www.weather.com/intl/

sondern gleich das betreffende Foto runterladen mit:

http://www.weather.com/weather/sat/wpacglobsat_720x486.html

 

Im Moment schaut es für die Blauwassersegler außerhalb der "Handy-Stationen", also schon weiter als 50 Kilometer von der Küset entfernt, ziemlich duster aus. Das ursprünglich hochgeprisene Satelliten-Telefon-System IRIDIUM schlingert finanziell und technisch so erbärmlich dahin, daß mit seinem praktischem Einsatz (Satellitenhandy) jedenfalls vorerst nicht mehr gerechnet werden kann - zumindest nicht für die Datenübertragung zu vernünftigen Gebühren. Bleibt das Worldphone (gibt es unter zahlreichen Firmennamen), ein Immarsat-Satelliten-Telefonsystem, das zum Telefonieren wirklich in fast allen Teilen der Welt hervorragend geeignet ist, zum Fax-Verkehr gerade noch taugt, aber mit seiner Übertragungsgeschwindigkeit von 2400 baud praktisch internet-untauglich ist. Teoretisch ließe sich damit zwar ein Satellitenfoto runterladen - bei geschätzten Kosten von weit über 100.- DM - siehe auch den Beitrag von Walter Schild - Internet mit Handy!

Im letzteren Falle wird wohl der Griff zum Kurzwellenradio noch nicht veraltert sein, doch ist es besser, von Freunden an Land mit Internetanschluß sich die speziellen Wetterdaten runterzuladen, zu reinen Text-E-Mails übersetzen zu lassen (wozu sich, auch für "Wetter-Laien" obige Links gut eignen), um sie dann über "Paktor" als E-Mail über Kurzwelle an Bord senden lassen. Pactor ist eine Erfindung der Radio-Amateure und kann deshalb gebührenfrei nur von lizensierten Radio-Amateuren angewendet werden. Diese technische Lösung steht seit Neuestem auch Nichtamateuren gegen Gebühren - 200 Dollar/Jahr - zur Verfügung. Mehr darüber demnächst an anderer Stelle.

Bobby Schenk

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