Die Circumnavigators - Who is Who im Weltumsegeln(20)


SAMONIQUE II

 

Schiffsname: SAMONIQUE II

 

Vorname:  Sam (Erich) und Monique (Monika)  - Zwillinge Tiare Magdalena und Joshua Anjin

Berufe: Elektrotechniker und Chemielaborantin

Nationalität: Österreich

Schiffstyp und Größe:

Stahlketch Chiquita 38 (11,50 m x 3,40 x 1,45) - Werft: Eigenbau (2 ½ Jahre Freizeit) - Pläne aus Holland

Route der Weltumsegelung :

(August 1979 – November 1991) vom Bodensee per Tieflader nach Basel in den Rhein. Rhein-Rhone Kanal (144 Schleusen) – Mittelmeer – Spanien – Marokko – Kanaren – Cabo Verde – Barbados.

Ein Jahr kreuz und quer durch die Karibik – Venezuela – Panama – Galapagos – franz. Polynesien – Suwaroff – Samoa – Tonga – Fiji – Neuseeland – Neukaledonien – Australien – Solomons – Papua Neu Guinea – Mikronesien – Philippinen – Australien – Cocos – Christmas Isl. – Chagos – Kenia – Zansibar – Tansania – Seychellen – Madagaskar – Südafrika – Namibia – St. Helena – Brasilien – Venezuela – Karibik – Panama – Costa Rica.

Zehn Fragen an die Weltumseglerin

1) Warst Du a) mit dem Schiff zufrieden, b) was wäre Dein Traumschiff?
a) ja sehr
b) ein größeres mit wenig Tiefgang (ev. Hubkieler)

2)Jährliche Kosten für a) Lebensunterhalt, b) Schiffsunterhalt?
a) je nach Jobeinkommen zwischen 3 und 6 tausend US$ 
b) je nach Jobeinkommen zwischen 3 und 5 tausend US$

3) Welche Ausrüstungsgegenstände haben sich a) gut bewährt, b) welche machten Ärger?
a) Selbststeueranlage (Aries), Motor Mercedes (selbst marinisiert), selbstgenähte Segel, Plath Sextant, Regenwassersammler.

b) Später der SatNav. Kerosinkocher, Super 8 Kamera

4) Welche zusätzlichen Ausrüstungsgegenstände hättest Du Dir gewünscht?
GPS, Rollgenua (haben wir nach 10 Jahren uns geleistet)

5) Welche Versicherungen hattest Du a) für Dich, b) fürs Schiff?
a) keine
b) keine

6) Was waren für Dich a) die besten Plätze, b) die schlechtesten Plätze?
a) Südpazifik (speziell Tuamotus), Namibia, Brasilien
b) Fiji wegen Krankenhaus und ganze Regensaison herumhängen, Philippinen (Amöbenruhr der Säuglinge u. politische Unruhen), südwestl. Madagaskar

7) Wurden Deine Erwartungen erfüllt?
Ja, zu 98 Prozent.

Eine besondere Herausforderung war nach 6 jähriger Zweisamkeit der Zuwachs unserer Zwillinge die für weitere 5 Jahre (ab Guam) frischen Wind in unsere Segel brachten.

Frustrierend waren manchmal die Behördengänge (Probleme mit unseren Waffen), lästiges Herumhängen während Regensaisonen, sowie die ständige Jobsuche.

8) Was würdest Du beim "nächsten Mal" anders machen?
Zum damaligen Zeitpunkt hat´s gepasst. Würde ich wieder lossegeln, so nur mit genügend Geld auf dem Konto, sodass es für eine Versicherung und einen Heimflug reichen würde.

9) schlimmste Erlebnisse?
In Papua Neu Guinea vor Gericht, da wir unsere Waffen nicht angegeben hatten und sie bei einer Durchsuchung gefunden wurden.
Ausläufer eines Hurricane zwischen Fiji und Tonga mit anschließender Fehlgeburt. Amöbenruhr der Kinder (Philippines) und meine Malaria in Kenia.

10) Wie ist Euer Leben weitergegangen?
Wir haben uns in Costa Rica angesiedelt und uns ein Geschäft aufgebaut. Wir arbeiteten im Tourismus und segelten mit Touristen in der Gegend herum. Ich fühlte mich wohl, endlich Geld zu verdienen, den Kindern eine gute Schulausbildung zu finanzieren und eine Krankenversicherung zu haben.

Sam fühlte sich mit der Zeit nicht mehr wohl und wäre am liebsten wieder losgesegelt. Er war rastlos und laufend auf der Suche nach einem Paradies, das wir für längere Zeit nie gefunden haben.

Vielleicht hat er es jetzt gefunden. Seine letzte Reise hat er im August 1997 alleine angetreten. Wir hoffen für ihn, dass seine Seele einen ruhigen Ankerplatz gefunden hat.

Ich habe nach 10jähriger Tätigkeit in Costa Rica die Zelte dort abgebrochen und bin mit den Kindern nach Österreich übersiedelt.
Ich träume noch viel und gerne von den Weltmeeren, gehe auch immer wieder auf dem Bodensee oder in der Karibik segeln….

Aber ich lebe ein Leben in der Zivilisation, wo ich auch kulturelle Veranstaltungen etc. genieße. Wenn ich hier in Europa nicht mehr zufrieden wäre, würde ich ohne Problem die Leinen lösen und auf große Fahrt gehen.

 

Nachbemerkung:

Obiges Interview hat Monique 2005 gegeben. Nach Beendigung ihrer Weltumsegelung haben sich Sam und Monique zusammen mit ihren Kindern in Costa Rica eine Existenz aufgebaut. Wenige Jahre danach ist Sam in Costa Rica freiwillig aus dem Leben geschieden.

 

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