Die Circumnavigators - Who is Who im Weltumsegeln(28)


Katamaran HARLEKIN

Schiffsname: HARLEKIN

Vornamen:  Norbert (geb.1954) und Ingrid (geb. 1956)
Beruf: Handwerksmeister und Erzieherin, beide deutsche Steuerzahler!

Nationalität: Deutsch

Schiffstyp und Größe:

Unsere HARLEKIN ist eine PROUT Snowgoose Elite 37, 1995 in der englischen PROUT Catamaran Werft mit der Bau Nr. 388 gebaut. L: 11,30 m - : 4,95 m - T: 0,85 m (auf Langfahrt einige Zentimeter mehr!)

Route der Weltumsegelung :

Unsere Reise führte uns über SKANDINAVIEN im ersten Jahr 1996 wieder durch die westeuropäischen Kanäle zurück nach DATTELN und dann 1997 weiter entlang der Südküste ENGLANDS bis zu den Skilly-Inseln bevor wir von dort aus die berüchtigte BISKAYA überquerten. Entlang der IBERISCHEN HALBINSEL und MADEIRA führte uns der Kurs zu den KANARISCHEN INSELN und nach einem längerem Zwangsaufenthalt dort, im neuem Jahrtausend weiter zu den KAPVERDEN und über den ATLANTIK. TOBAGO, TRINIDAD, GRENADA, die VENEZOLANISCHEN INSELN, die NIEDERLÄNDISCHEN ABC-INSELN und KOBLUMBIEN waren unsere karibischen Ziele , bevor wir PANAMA und die San Blas Inseln erreichten. Den PANAMAKANAL durchquerten wir im Jahr 2002. Natürlich gehörte zu unseren weiteren Zielen im PAZIFIK der GALAPAGOS-Archipel und FRANZÖSISCH POLYNESIEN mit seinen Inseln und Atollen, - wir machten auch einen Abstecher zur OSTERINSEL. Nach Aitutaki (COOK INSELN) und NIUE überquerten wir zum ersten mal die Datumsgrenze von Ost nach West, um TONGA zu erreichen. SAMOA und FIDSCHI waren weitere Highlights bevor wir über das Chesterfield Reef (Neukaledonien) die AUSTRALISCHE OSTKÜSTE erreichten. Guter Segelwind brachte uns entlang des Great Barrier Reefs nach Norden und weiter zum nächsten Kontinent. In SÜDOSTASIEN besuchten wir INDONESIEN mit Bali, SINGAPUR, MALAYSIA und THAILAND/Phuket. Nach dem Tsunami lag der INDISCHE OZEAN mit dem Traumziel MALEDIVEN vor uns und bevor wir den berüchtigten Golf von Aden passierten, besuchten wir noch das Sultanat OMAN und dann, auf der weiteren Strecke im Rotem Meer, ERITREA, den SUDAN und ÄGYPTEN. Nach der Passage des SUEZ-KANALS errreichten wir das MITTELMEER und die TÜRKEI. Den Abschluss der Weltumrundung bildete dieses Jahr GRIECHENLAND mit seinen Inseln und das Erreichen von  ITALIENs Stiefelabsatz, der genau südlich von den Stockholmer Schären liegt. 

 

Zehn Fragen an den Weltumsegler

1) Warst Du a) mit dem Schiff zufrieden, b) was wäre Dein Traumschiff?

a) - ja, denn eine PROUT SNOWGOOSE ist ein solides Fahrtenschiff, nicht schnell, aber sicher und komfortabel und vollkommen ausreichend groß für 2 Personen!

b) unsere HARLEKIN, ein bisschen länger, breiter, leichter....

2)Jährliche Kosten für a) Lebensunterhalt, b) Schiffsunterhalt?

a) Lebensunterhalt
Das ist eine für uns schwierige Frage, da wir das nie so genau buchgehalten haben! Unsere Schwägerin, die zu Hause unser Konto stets im Auge behalten hat, meinte bei unseren Heimaturlauben immer: "Ihr gebt hier in Deutschland zu viel Geld aus! Wenn Ihr unterwegs seid, kann ich immer ein Sümmchen ansparen!" Tatsächlich machen die Heimaturlaube, durch Flugkosten, Liegegebühren und auch der Lebensstil zuhause (Kleidung, Essen, Auto) einen großen Teil der Kosten aus. Das Leben auf dem Schiff außerhalb Europas ist wesentlich billiger! Wenn wir aber unbedingt irgendeinen Betrag angeben müssten, dann läge der - ganz grob gesagt - wohl bei 1000 Euro/Monat.

b) - Kosten für Versicherungen

- Kosten für Travellift und Landliegeplatz während Hurrikanzeiten und Heimaturlauben

- Materialkosten für Unterwasserschiffarbeiten und Motorwartungen

- unterwegs war mal ein neues Genackersegel fällig oder ein Stag musste ausgetauscht werden

- Lohnkosten für Reparaturen sind nicht angefallen, da wir alles irgendwie selber reparieren konnten

3) Welche Ausrüstungsgegenstände haben sich a) gut bewährt, b) welche machten Ärger?

a) - unsere gesammte Stromversorgung mit einem VICTRON Combi (Ladegerät + Inverter), Gelbatterien insgesamt 480 aH, 5 Solarpaneelen, wobei die variabel ausrichtbare am effektivsten war, AIRMARINE Windgenerator, HONDA Generator, - irgendwas konnte immer eingesetzt werden!
- unser SSB Funkgerät (mit SMART Tuner) und Pactor für die Kommunikation über Sprechfunk mit anderen Yachten und Landstationen und Emailmöglichkeit weltweit von jeder Position auch auf hoher See über WINLINK!
- unsere Waschmaschine, eine CANDY 3 KG Haushaltsmaschine, die wir z.B. nach einer Motorfahrt mit heißem Wasser bestücken konnten, der Stromverbrauch war somit niedrig, da sie kein Wasser aufheizen mußte. Während andere Crews oft erst mal loszogen einen Laundry Service zu suchen, flatterte unsere Wäsche oft schon im Wind!
- unser Wassermacher PUR 80 II (14l/h) war ausreichend, manchmal wäre ein etwas größerer nicht schlecht gewesen
- unsere Nähmaschine, eine 30 Jahre alte QUELLE PRIVELEG mit der wir sogar Segelpersennige, Dingicover und Sonnendächer genäht haben und viele Reparaturen selber machen konnten
- unser Bügelanker! Nachdem wir auf den Kapverden und auch auf Tobago durch den Hafen geslippt sind, kam für uns nichts anderes mehr in Frage! Seitdem hatten wir (fast) keine Probleme mehr!
- unsere Edelstahlkette! Unsere erste, verzinke Kette, baute ständig "Türmchen", für Norberts Rückenprobleme nicht gerade gut! Außerdem hatte man ständig überall Rostflecken. Die Edelstahlkette, die wir seit Curacao haben, "fließt " nun in den Ankerkasten....
- unser Genackersegel, das Segel Nr. 1 für einen Kat auf der Passatwindroute!
- unser Davit, somit war es problemlos am Ankerplatz abends das Dingi zu sichern
- unser CARIBE Dingi mit festem Boden, aber ein Alu statt GFK -Boden wäre aus Gewichtsgründen besser gewesen!
- und natürlich die GPS Navigation mit elektronischen Seekarten zusätzlich zu den Papierkarten!
- seit dem Blitzeinschlag unser neues energiesparendes Radargerät mit Farb LCD Bildschirm von RAYMARINE mit vielen Funktionen, u.a. Einstellung von Überwachungs- (Alarm) Zonen, MARPA und Nutzung als Kartenplotter etc.
- die Möglichkeit alle Segel vom Cockpit aus bedienen zu können. Nur beim Setzen + Bergen des Genackers mußte jemand von uns aufs Vorschiff!

b) Was machte Ärger?

-schon nach wenigen Jahren unsere elektrische Ankerwinsch ( Norberts Provisorium hält schon länger als das Original!)
- die Deckenverkleidungen ( der Schaumstoff hinter dem Kunstleder löst sich in NICHTS auf!)
- der Edelstahl-Schmutzwassertank, wegen den anfälligen Schweißstellen. Ein Kunststofftank wäre
sicher wartungsfreier gewesen! 

4) Welche zusätzlichen Ausrüstungsgegenstände hättest Du Dir gewünscht?

- ein stabiles großes Sonnenbimini, damit man auch beim Segeln mit dem Großsegel genügend Schatten im Cockpit hat!
- eine Digitalkamera auch schon in den ersten Jahren der Reise, waren 1996 aber noch nicht bezahlbar!

5) Welche Versicherungen hattest Du a) für Dich, b) fürs Schiff?

a) -private Krankenversicherungen mit hoher Selbstbeteiligung
-zusätzliche Auslandsreisekrankenversicherungen ohne Selbstbeteiligung,
bestehend aus einer Basisversicherung für 10 € jährlich für die ersten 42 Tage, verlängerbar bis max 365 Tage pro Reise (AXA)
b) fürs Schiff?
- Yacht Kasko Neuwertversicherung mit fester Taxe dem Fahrgebiet entsprechend
- Bootshaftpflichtversicherung
- durch eine schon 1977 abgeschlossene Hausratversicherung sogar einen Rechtschutz für alle Fahrzeuge zu Wasser, zu Lande und in der Luft! 

6) Was waren für Dich a) die besten Plätze, b) die schlechtesten Plätze?

a)  schlecht zu sagen, Norbert würde sagen die SÜDSEE, speziell die Tuamotus Atolle, für Ingrid hatten alle Länder und Inseln ihren besonderen, wenn auch  unterschiedlichen Reiz.

b) - im nachhinein würden wir die Karibik noch schneller durchfahren!

7) Wurden Eure Erwartungen erfüllt?

-Unsere Erwartungen wurden erfüllt, doch dachten auch wir, mehr Zeit und Muße für weitere Hobbys zu haben. Ingrid wäre gern mehr künstlerisch tätig gewesen (malen, gestalten) vermisste auch ihren Sport! Norbert wäre gern noch öfter mal zum Tauchen gegangen. Im Rotem Meer beispielsweise hieß es bei ruhigem Wetter Nord machen, bei Starkwind und Sturm konnte man am Ankerplatz kaum das Schiff verlassen! Es bildet sich an Bord ein Tagesablauf heraus, ähnlich wie beim Landleben wird gekocht, gebacken, geputzt, Wäsche gewaschen, eingekauft, repariert, - alles allerdings unter etwas schwierigeren Bedingungen! Im tropischem Klima sind auch wir Europäer nicht mehr rund um die Uhr so leistungsfähig, alles geht langsamer vonstatten! Der Fahrtensegleralltag ist eben "eine andere Art zu Leben" und kein Urlaub!

8) Was würdest Du beim "nächsten Mal" anders machen?

- eigentlich nichts, allenfalls eine andere Route wählen um noch mehr Länder kennenzulernen!

9) schlimmste Erlebnisse?

9) die schlimmsten Erlebnisse?

1997 Norberts Bandscheibenvorfall + Not OP auf den Kanaren

1999 Jahrhundertsturm im Hafen von Las Palmas

2000 Flucht vor Hurrican JOYCE in der Karibik

2004 Blitzeinschlag in Singapore + Tsunami in Phuket

2005 Piratenbegegnung im Rotem Meer

2006 Havarie mit einem Kümo vor Mykonos/Griechenland

10) Wie geht Dein Leben weiter?

- Zuhause alles neu organisieren, damit wir in einigen Jahren evt. noch mal mit diesem oder einem anderem Schiff starten können, - alternativ : Reisen mit einem Wohnmobil!. Wenn sich aber ein PROUT Liebhaber für unsere HARLRKIN findet, würden wir sie ( wenn auch schweren Herzens!) verkaufen, da wir in den nächsten Jahren wenig Zeit zum Segeln haben werden!

Ingrid und Norbert werden auf Bobby Schenk`s Blauwasserseminar 2007 als Referenten auftreten - siehe hier! Empfehlenswert ist auch ein Besuch auf der Webseite der "Harlekins"(hier!)    

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