Die Circumnavigators - Who is Who im Weltumsegeln(33)


NIS RANDERS

 

 

Schiffsname: NIS RANDERS

 

Vornamen:  Susanne und Bernd, beim Start beide 39 und ihre drei Kinder Daniel 16, Mike 5, Maria 4

Beruf: Gold- und Silberschmiede, Buchautoren, und Fotografen

Nationalität:deutsch

Schiffstyp und Größe:

Gemäßigter Langkieler, Knickspanter. Länge 10 Meter, Breite 3,30 Meter, Tiefgang 1,75 Meter, Verdrängung 10 Tonnen. Der Kasko wurde von der Hamburger Feltz-Werft gefertigt und vom ersten Eigner ausgebaut. Wir haben in den zwei Jahren der Vorbereitungen den Innenraum für unsere Bedürfnisse hergerichtet.

Route der Weltumsegelung : 

Wir segelten zwei Jahre von 2004 bis 2006 auf der Barfussroute durch den Ärmelkanal, Biskaya, Kanaren, Atlantik, durch den Panama-Kanal in den Pazifik. Länger als geplant ankerten wir vor dem Panamaischen Festland im San Blas Archipel und den dort lebenden Kuna-Indianern. Nach Motorschaden und Piratensituation segelten Daniel und Bernd gemeinsam über den Pazifik, Galapagos, Französisch Polynesien, Papua-Neuguinea, westlich Indonesiens durch den Indischen Ozean nach Sri Lanka, Malediven, Sultanat Oman im Arabischen Meer, Sudan am Roten Meer, Ägypten, Mittelmeer und über die französischen Kanäle und Mosel, Rhein und Küstenkanal nach 774 Tagen und rund 26000 Seemeilen zurück nach Oldenburg

 

Zehn Fragen an den Weltumsegler

1) Wart Ihr a) mit dem Schiff zufrieden, b) was wäre Euer Traumschiff?

a) Wir waren mit dem Schiff mehr als zufrieden.

b) Wir würden das gleiche Schiff wieder kaufen, bzw. bauen.

2)Jährliche Kosten für a) Lebensunterhalt, b) Schiffsunterhalt?

a) Im ersten Jahr der Reise gaben wir bei sparsamer Lebensweise durchschnittlich 50 Euro pro Tag aus. Einnahmen verbuchten wir keine.

Im zweiten Jahr wurde unsere Website populärer und wir erhielten gelegentlich kleine Gagen (häufig genug nur Aufwandsentschädigungen) fürs Fotografieren, Filmen, Werbung auf der Website, Interviews sowie den Verkauf von Bildkalendern.

b) Bis auf eine Kühlwasser- und eine Dieselpumpe entstanden uns kaum Kosten für das Schiff. Das Antifouling hielt die ganze Fahrt über, wir haben lediglich ein paar Mal tauchend das Unterwasserschiff gereinigt. Segelnähen können wir selbst und auch sonst reparierten  wir alles Mögliche oder boten unsere (Goldschmiede-)dienste Einheimischen oder Seglern an.

3) Welche Ausrüstungsgegenstände haben sich a) gut bewährt, b) welche machten Ärger?

a) Banana-Faltboot in der stabilen 3,80 Meter-Version mit Besegelung und 3,5PS Yamaha Außenborder, Windfahnensteuerung Pacific von Windpilot, Fußpumpen von WHALE (sie waren die einzigen Pumpen an Bord, die nicht den Geist aufgaben), Petroleumkocher, Maststufen aus Alu mit Edelstahlschrauben (selbst gefertigt, Material vom Baumarkt), Laptop von Toshiba, Windgenerator, Solarzellen, ein Ausbaumer aus Bambus, Pflugscharanker, Multitool von Leatherman.

b)  Ausbaumer aus Alu, Wassermacher mit Energierückgewinnung, Lasy-Jacks (so etwas brauchten wir auf See einfach nicht)

4) Welche zusätzlichen Ausrüstungsgegenstände hättet Ihr Euch gewünscht?

Zusätzliche Solarzellen, variablen Ausbaumer

5) Welche Versicherungen hattet Ihr a) für Euch, b) fürs Schiff?

a) Keine

b) Haftpflicht

6) Was waren für Euch a) die besten Plätze, b) die schlechtesten Plätze?

a) Einige Plätze in der Karibik waren sehr schön, Isabella auf Galapagos natürlich auch und dann war da noch die kleine unbewohnte Insel ohne Namen, deren genaue Position wir irgendwo notiert haben, aber beim besten Willen den Zettel mit den genauen Koordinaten grad nicht finden können. Im Ernst: Die besten Plätze - und hier sind wir uns einig - fanden wir auf der hohen See, z.B. mitten auf dem Atlantik, dem Pazifik und dem Indischen Ozean.

b) Auch diese fanden wir auf der hohen See. Nämlich auch auf dem Rücken eines Weltmeeres mit dem Namen Indischer Ozean.

7) wurden Eure Erwartungen erfüllt?

Wir wollten an unsere Grenzen und darüber hinaus segeln. Aus dieser Perspektive gesehen, wurden unsere Erwartungen übertroffen.

8) Was würdet Ihr beim "nächsten Mal" anders machen?

Insbesondere in Europa würden wir längere Etappen auf See segeln. Mehr Ersatzteile, besonders Pumpen, und wir würden uns mehr Zeit für die Eingewöhnungszeit nach der Reise einräumen.  Mehr Tauschobjekte für das jeweilige kommende Land bunkern (nein, wir meinten NICHT Schmuggel).

9) Schlimmste Erlebnisse?

Strandungsgefahr in der Bucht von Panama, Piratensituationen im Bengalischen Golf und am Horn von Afrika, bewaffneter Raubüberfall in Papua-Neuguinea

10) Wie geht Euer Leben weiter?

Schwierige Frage, weil noch nicht geklärt.

Wir verdienen wieder als Gold- und Silberschmiede unser Geld und gründeten nach der Weltumsegelung eine neue Werkstatt in Oldenburg. Wir legen uns nicht fest, wann wir wieder in See stechen werden, aber zunächst müssen Mike und Maria durch die Schule.

Daniel absolviert seinen Grundwehrdienst und möchte anschließend  Bauingenieurwesen studieren. Mike und Maria gehen zusammen mit ihren Freunden aus der Nachbarschaft in die Grundschule, zweite und dritte Klasse.

Ein in der Zwischenzeit veröffentlichtes Buch, half uns, zusammen mit einer Bildershow, die Eindrücke der Reise zu verarbeiten. Daniel möchte später wieder auf reisen gehen, dieses Mal mit dem Rucksack und zu Fuß. Indonesien und Sri Lanka hat es ihm angetan. Maria eröffnet ihren Eltern an jedem einzelnen Abend, dass sie die Nis Randers, das Leben auf See und die Schiffsbewegungen ihrer Koje vermisst. Mike war schon immer ein Stiller. Er wird irgendwann selbst einmal reflektieren.

 Jetzt, anderthalb Jahre nach unserer Rückkehr, antworten wir auf die Frage, wie wir uns denn wieder in Deutschland eingelebt hätten, regelmäßig aber ehrlich mit den Worten: Wir sind noch immer dabei.

 

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