Die Circumnavigators - Who is Who im Weltumsegeln(35)


THALASSA II

Schiffsname: THALASSA II

 

Vornamen:  MARK VAN 'T WOUD, 50 und RUTH GERRITSE, 37

Beruf: MARK: Kameramann und Berufs-Fotograf, RUTH: Fernseh-Direktorin, Forscherin, Journalistin

Nationalität: Holländisch

Schiffstyp und Größe:

SUNCOAST 48, Länge: 14.60 m, Breite: 4.60 m, Tiefgang: 2.20 m. kuttergetakelt, Stahl, gebaut in Holland 1977 von Jachtwerft NOORD NEDERLAND, Konstrukteur Elsenga

Route der Weltumsegelung : 

Start von Holland aus im Juni 2002. Besucht wurden: England, Spanien, Portugal, Madeira, Kanaren und Kapverden. Dann die Atlantiküberquerunq über Fernando De Noronha, anschließend Brasilien. Von Brasilien aus segelten wir gen Süden: Uruquay, Argentinien, Feuerland, Kap Hoorn. Nahezu ein Jahr verbrachten wir in Patagonien. Wir wanderten im Winter 2005 durch die Chilenischen Kanäle in Patagonien und erreichten Puerto Montt im September desselben Jahres. Im Februar 2006 gelangten wir in den Pazifik und besuchten die Robinson-Crusoe-Insel, Oster-Insel, Gambier-Archipel, Tahiti, Moorea, Bora-Bora, Suwarrow, Tonga und Fijii. Die Hurricane-Saison 2006/2007 verbrachten wir in Neuseeland. Von Neuseeland segelten wir nach Vanuatu, Australien, Cocos Keeling, Mauritius, Reunion und Süd-Afrika. Das Kap der Guten Hoffnung rundeten wir im Dezember 2007. Von Kapstadt aus ging es nach Sankt Helena und zu den Azoren. Der letzte Schlag führte uns von den Azoren nach England und von dort schließlich nach Holland. In unseren Heimathafen kehrten wir am 18. Juli 2008 zurück - 2210 Tage nach dem Start zur Weltumsegelung.

 

Zehn Fragen an die Weltumsegler

1) Wart Ihr a) mit dem Schiff zufrieden, b) was wäre Euer Traumschiff?

a) In unseren Augen war THALASSA II die perfekte Yacht für die Reise, die wir gerade vollendet haben. Besonders in Patagonien konnten wir ihrer Stärke und Unempfindlichkeit voll vertrauen, was eine große Beruhigung war. Sie ist bequem zum Leben, segelt sehr gut und ist leicht zu handhaben - auch bei schlimmem Wetter. Nachdem wir sechs Jahre lang an Bord gelebt haben, waren wir sehr angetan von den großzügigen Staumöglichkeiten und dem Lebensraum.

b) Unser Traumschiff? Siehe oben... Wir hätten uns für unsere Reise kein besseres Schiff wünschen können als das, mit dem wir gesegelt sind.

2)Jährliche Kosten für a) Lebensunterhalt, b) Schiffsunterhalt?

a) und b) das möchten wir nicht veröffentlichen

3) Welche Ausrüstungsgegenstände haben sich a) gut bewährt, b) welche machten Ärger?

a) Aries-Selbststeueranlage, HEATPOL-Heizung, MAN-Diesel (80 PS),  großes Beiboot (wir hatten in Brasilien ein größeres gekauft, das erste war zu klein), ICOM SSB-Radio (MK706 IIG)

b) Hie und da gab es Ärger. Unter anderem mit der elektrischen Selbststeueranlage, dem Radargerät und dem Windgenerator, der weniger Strom erzeugte als wir ursprünglich erwartet hatten.

4) Welche zusätzlichen Ausrüstungsgegenstände hättet Ihr Euch gewünscht?

Solarzellen,  Generator, Gennaker

5) Welche Versicherungen hattet Ihr a) für Euch, b) fürs Schiff?

a) Für uns hatten wir eine gute Krankenversicherung mit weltweiter Geltung

b) Das Schiff war bei INTRAMAR in Den Helder/Holland vollkasko und haftpflichtversichert mit weltweiter Deckung (Ausnahme: Japan und USA) 

6) Was waren für Euch a) die besten Plätze, b) die schlechtesten Plätze?

a) Patagonien!!, Feuerland, Kap Hoorn, die Chilenischen Kanäle und die Oster-Insel

b) Tahiti (überlaufen und überkommerzialisiert), Durban - wegen der Kriminalität in Südafrika; obgleich es uns dann in Kapstadt sehr gut gefallen hat.

7) wurden Eure Erwartungen erfüllt?

die sechs Jahre auf Weltumsegelung haben uns unvergessliche Momente, Erinnerungen und neue tiefe Freundschaften verschafft, die ein Leben lang vorhalten. Es war nicht immer paradiesisch, wie könnte es sein? Aber es war jede Anstrengung wert, diesen unseren tollen Traum zu verwirklichen.

8) Was würdet Ihr beim "nächsten Mal" anders machen?

Noch mehr Zeit in Patagonien hätten wir verbringen sollen. Wir würden auch gerne die ausgetretenen Pfade in der Südsee verlassen, um dort die Juwelen unter den Inseln zu finden, die dort noch verborgen sein müssen. 

9) Schlimmste Erlebnisse?

Im Dezember 2003 uns ein schwerer Sturm vor der brasilianischen Küste erwischt. Wir erlebten einen vollständigen "Knock-Down" und bekamen dabei einigen Schaden ab.

Die Erfahrung aber, die wir hierbei gewannen, als wir aus dieser Situation rausgekommen waren, war nach unserer beider Meinungen ein gute Lehre: Von da ab wurde THALASSA II verbessert und wir und das Boot setzten unsere Reise in besserer Verfassung als zuvor fort.

10) Wie geht Euer Leben weiter?

Wer weiß...Segeln wird immer Teil unseres Lebens sein. Genauso ist es mit dem Reisen. Neue Pläne und Ideen entstehen nahezu täglich. Spitzbergen ist unser Favorit, genauso wie Grönland und Süd-Georgien. Wir haben gelernt, dass wir beide die hohen geographischen Breite mehr mögen als als irgendeine andere Gegend. So ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir früher oder später an einem anderem schönen Platz leben.

 

Anmerkung: THALASSA II ist identisch mit jener Stahlyacht, die sich Karla und Bobby Schenk in Holland bauen ließen. Sie waren damit 1979 in die Südsee gesegelt, hatten sich dort fast vier Jahre aufgehalten und sind dann in einem Gewalttörn nonstop rund Kap Hoorn nach Argentinien und von da - wiederum ohne Zwischenhalt - ins Mittelmeer gesegelt - siehe auch hier! Damit ist die THALASSA II eine der ganz wenigen Fahrtenyachten, die Kap Hoorn in beide Richtungen gerundet hatte.

zur Home-Page

Page by Bobby Schenk
E-Mail: bobbyschenk@yahoo.com
URL of this Page is: http://www.bobbyschenk.de/who35.html

Impressum und Datenschutzerklärung