Die Circumnavigators - Who is Who im Weltumsegeln(50)


Bebinka 

 

 

Schiffsname: Bebinka

Crew: Kathlin Kuhner (Kitty) , Scott Kuhner (Scotty)

Sicherheitsanalysten an der Wall Street
 Nationalität:   Amerikanisch (USA)

Schiffstyp und Größe:

Ketsch, 9,30 Meter lang, 2,80 Meter breit, 1,5 Meter Tiefgang

Tom Gilmer, Allied Boat Company, 1963

Route der Weltumsegelung : 

Start im September 1971 in Connecticut, von dort zu den Virgin Islands, dann San Blas-Inseln, Panama-Kanal, Galapagos , Hiva Oa, Nuka Hiva auf den Marquesas, Takaroa in den Tuamotus, Tahiti, Morea, Huahine,  Bora Bora, Rarotonga, Nuie, Tonga, Fiji, New Seeland, Sydney Australien, dann das Barrier Riff hinauf nach New Guinea, Thursday Island, Bali, Christmas Island, Cocos Keeling, Mauritius, Süd Afrika, St Helena, Fernando de Noronha , Grenada, West Indies, St. Thomas, New York. Heimkehr im Juli 1974

Zehn Fragen an die Weltumsegler

1) Wart Ihr a) mit dem Schiff zufrieden, b) was wäre Euer Traumschiff?

a) Unser Schiff war herausragend seetüchtig, obwohl es ja nicht einmal 10 Meter lang war. Damals war die Yacht gerade das, was wir uns leisten konnten. Wir liebten es und zum Dank dafür, behandelte es uns gut.

b) Unser derzeitiges Schiff ist eine Valiant 40 und das ist für uns schlechthin perfekt.

2)Jährliche Kosten für a) Lebensunterhalt, b) Schiffsunterhalt?

a) Wir gaben ungefähr 3000 Dollar im Jahr aus, davon wohl die Hälfte fürs Leben

b) Die andere Hälfte von diesen 3000 Dollar gingen fürs Schiff wohl drauf. Bitte nicht vergessen: Das war in den Jahren 1971 bis 1974. Wir mussten zum Beispiel für die Kanalpassage in Panama 18 Dollar bezahlen und 60 Dollar gaben wir in Neuseeland aus, als wir unser Rigg mit verzinktem Eisendraht ausrüsteten.

3) Welche Ausrüstungsgegenstände haben sich a) gut bewährt, b) welche machten Ärger?

a) Unsere Hasler-Windfahnensteuerung arbeitete hervorragend. Außerdem funktionierten unser Passatsegel mit den beiden Spinnaker-Bäumen auf Vorwindkursen erstklassig. Elektronik hatten wir nicht an Bord, nicht einmal ein Echolot - wir benutzten eine Lotleine. In Neuseeland installierten wir endlich einen SSB-Empfänger.

b) Der einzige Ärger, den wir hatten, war der ganz normale Unterhalt unserer Maschine.

4) Welche zusätzlichen Ausrüstungsgegenstände hättet Ihr Euch gewünscht?

Ein Echolot

5) Welche Versicherungen hattet Ihr a) für Euch, b) fürs Schiff?

a. Keine. Wir hätten aber eine Kankenkasse dringend nötig gehabt, denn beim Skipper wurde kurz vor unserer Heimkehr ein bösartiges Malignom diagnostiziert, sodass er zur Behandlung in die Staaten (USA) zurückfliegen musste. Sein Vater musste dann die Rechnungen für die Ärzte und das Krankenhaus bezahlen.

b) Keine

6) Was waren für Euch a) die besten Plätze, b) die schlechtesten Plätze?

a) San Blas Inseln, die Marquesas, New Guinea, Galapagos (damals gab es noch keinme Beschränkungen und wir konnten hinsegeln, wo wir wollten. Die schönsten Erlebnisse hatten wir, als wir abseits der "Trampelpfade" und dorthin segelten, wo andere noch nic ht gewesen waren.

b) Es gab eigentlich keine Plätze, die wir nicht mochten. Doch die Karibik fanden wir ziemlich teuer.

7) wurden Eure Erwartungen erfüllt?

Unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Deshalb segelten wir sogar 12 Jahre nach unserer Rückkehr mit unseren beiden Jungen, die dann 9 und 11 Jahre alt waren noch einmal um die Welt. Wir wollten ihnen nämlich zeigen und lehren, dass es neben unserem kleinen Haus in Connecticut noch eine andere Welt geben würde.

8) Was würdet Ihr beim "nächsten Mal" anders machen?

Mit unseren beiden Jungs würden wir eine neue Weltumsegelung machen. Da bräuchten wir ein größeres Schiff. Natürlich hätten wir gerne alle die modernen nautischen Hilfsmittel gehabt, die heute zur Verfügung stehen, Satellitennavigation, Radar und so. Allerdings waren solche Dinge damals für unseren Trip um die Welt unerreichbar. Es war rückblickend sehr gut, dass wir unser Boot so einfach wie möglich hielten. Unter diesen Umständen machten wir einen guten Job.

9) Schlimmste Erlebnisse?

Wegen dem Melanom waren wir ziemlich spät dran, als wir die Karibik verließen, um nach New York zu segeln. Deshalb gerieten wir am 14.Juli 1974in der Mitte von Kap Hatteras und Bermuda in einen frühen Hurricane. Die Windgeschwindigkeit wurde durch ein Schiff der US-Marine mit 85 Knoten festgestellt. Wir drehten bei, holten alle Segel ein und lagen vor blanken Masten. Mitten in der Nacht fielen wir eine hohe See hinunter und beim Aufschlagen blies es unseren Lukendeckel vom Niedergang weg.. Als sich das Schiff wieder aufgerichtet hatte, stellten wir fest, dass im Schiff das Wasser bis zu den Kojen stand.. Wir konnten aber  das Rigg retten und den Rest des Weges nach Hause segeln.

10) Wie geht Euer Leben weiter?

Unsere Weltumsegelung hat unser Leben mehr beeinflusst als die Karriere an der Wall Street. Das Segeln hat uns Abenteuer und panische Angst verschafft, aber bei weitem mehr Augenblicke größter Freude. Wir werden unsere kleine Bebinka verkaufen und uns ein größeres Schiff anschaffen. 

 

zur Home-Page

Page by Bobby Schenk
E-Mail: bobbyschenk@yahoo.com
URL of this Page is: http://www.bobbyschenk.de/who50.html

 

 

Impressum und Datenschutzerklärung