Die Circumnavigators - Who is Who im Weltumsegeln(57)


TAMURE

Schiffsname: TAMURE


Crew: Scott (46), Kathleen (43), Alec (11) und Spencer (9)

 Nationalität:  USA

Schiffstyp und Größe:

Schiffstyp: 1976 Valiant 40, 40 Fuß Länge (auf dem Deck), 10 Fuß 6 Inch Breite, Bob Perry - Designer

Route der Weltumsegelung :

Wir verließen Connecticut im September 1987, den Intracoastal Waterway hinunter bis Charleston, dann auf der offenen See nach St.Thomas, US Virgin Islands. Von St.Thomas ging es dann nach Panama, Marquesas, Tuamotus, Tahiti, Bora Bora, Suwaroff, Tonga Fijii, Neuseeland, Neukaledonien, Solomon-Inseln, Neuguinea, Darwin/Australien, Bali, Singapur, Malaysien, Thailand, Sri Lanka, Oman, Yemen, Sudan, Ägypten, Israel, Cypern, Türkei, Griechenland, Italien, Balearen, Spanien, Portugal, Kanaren, Antigua, St.Maarten, Virgin Islands, Bahamas und Connecticut. Im Mai 1991 waren wir wieder zu Hause.

Zehn Fragen an die Weltumsegler

1) Wart Ihr a) mit dem Schiff zufrieden, b) was wäre Euer Traumschiff?

a) Wir lieben unsere Valiant 40'. Sie ist ein exzellentes Schiff, hat zwei Kabinen (vorne und hinten), sowie zwei Kojen. Sie ist für uns vier groß genug, aber nicht zu groß. Ich kann alleine die Segel und das Ankergeschirr bedienen. Tatsächlich hab ich mit ihr auch sechs Einhand-Regatten von Newport Rhode Island nach den Bermudas bestritten. Sie ist unser Traumboot.

b) siehe a)

2)Jährliche Kosten für a) Lebensunterhalt, b) Schiffsunterhalt?

a) Auf unserer Weltumsegelung 1087 bis 1991 gaben wir im Durchschnitt 22.000 Dollar pro Jahr aus.

b) Ungefähr ein Drittel von den erwähnten 22.000 Dollar.

3) Welche Ausrüstungsgegenstände haben sich a) gut bewährt, b) welche machten Ärger?

a) Unsere alte Hasler-Anlage (die wir bereits auf unserer ersten Weltumsegelung an unserer 30-Fuß-Seawind-Ketch benutzt haben) war der beste Ausrüstungsgegenstand, den wir hatten. Heutzutage gehen viele Leute nur mit einem (elektrischen) Autopiloten auf Weltumsegelung. Selbst, wenn Du die Ersatzteile mitführst, können die auch brechen. Bobby Schenk hatte ja auch auf seiner Weltumsegelung eine Hasler-Anlage - und während seiner Pazifik-Passage biss ein riesiger Hai das Servoblatt in zwei Hälften. Ich jedenfalls würde nie eine Ozean-Passage ohne eine gute Windfahnensteuerung machen.

Andere gute Ausrüstungsgegenstände waren:

mein Amateurradio

Maxwell Ankerwinde

Passatsegelbäume, die am Mast befestigt waren und die dazugehörigen Zwillingsfocks (Passatsegel) für die Vorwind-Kurse. Wir konnten damit Kurse von 130 Grad zum Wind fahren, wenn wir die Lee-Fock ohne Baum angeschotet, während wir den Luv-Baum etwas nach vorne gefiert haben. Unsere Roll-Genua hat sich ebenfalls bewährt, sowie dei von der Maschine betriebene Kühlanlage "Seafrost". Für die Jungen benutzten wir das großartige Calvert-Schul-System.

4) Welche zusätzlichen Ausrüstungsgegenstände hättet Ihr Euch gewünscht?

Bei unserer Weltumsegelung benutzten wir das damalige Satelliten-Navigations-System, das uns nur alle fünf oder sechs Stunden ein Fix gab. Das heutige GPS-System hätte die Navigation viel leichter gemacht. Aber nach wie vor haben wir was gegen Kartenplotter. Lieber verlassen wir uns auf Papier-Seekarten.

Ein Ausrüstungsgegenstand ist uns niemals abgegangen, nämlich ein Watermaker. Wir benutzten ein Sonnensegel mit einem mittigen Schlauchanschluß. Wenn es geregnet hat, brauchten wir nur den Wasserschlauch in den Wassertank schieben und bald waren die Tanks voll. Wir hatten zwei 75-Gallonen-Tanks und nie hatten wir das Gefühl, dass wir mehr Wasser bräuchten oder einen Watermaker. Zum Duschen benutzten wir einen 2-Gallonen-Druckbehälter, wie er im Garten zum Sprayen benutzt wird. Wir füllten den halb und halb mit kochendem und kaltem Wasser und versprayten das als Dusche. Nach dem Einseifen, wuschen wir uns auf die gleiche Tour ab. Die ganze Prozedur benötigte kein zwei Gallonen Wasser..

5) Welche Versicherungen hatte Ihr a) für Euch, b) fürs Schiff?

a) Ich konnte die Krankenversicherung von meinem früheren Arbeitgeber aufrecht erhalten. Sie war immens wertvoll, als Kitty Ihren Knöchel in Neuseeland gebrochen hatte.

b) Wir hatten eine Blue-Water-Versicherung für das Boot. In Europa verlangen viele Marinas eine Haftpflichtversicherung, bevor sie Dich reinlassen.

6) Was waren für Euch a) die besten Plätze, b) die schlechtesten Plätze?

a) Jeder Platz, auf dem wir waren, hatte seine eigenen positiven Aspekte. Zu den Höhepunkten gehörten: a) San Blas -Inseln an der Nordküste von Panama; b) Galapagos; c) Französisch Polynesien; d) Bali e) Solomon-Inseln; f) Oman, Yemen, Sudan und Ägypten waren sehr interessant, als wir das Rote Meer raufsegelten. Lehrreich war es, die dortige Kultur kennen zu lernen.

b) Wir hatten nie das Gefühl auf einem schlechten Platz zu sein. Weil an jedem Ort, den wir besuchten, lernten wir viel über die dortige Kultur und überall schlossen wir Freundschaften, sogar im Sudan.

7) wurden Eure Erwartungen erfüllt?

Wir starteten in der Hoffnung, Menschen aus den verschiedensten Länder, die wir besuchten, zu treffen. Wir zögerten nicht, Leute vor Ort herzlich einzuladen, was durch Einladungen in ihr Zuhause erwiedert wurde. Unsere jungen Buben lernten eine Menge über den Rest der Welt und dass 99 Prozent der Menschen auf der Welt gut und freundlich sind. Sie heissen Dich willkommen, wenn Du sie willkommen heißt.

8) Was würdet Ihr beim "nächsten Mal" anders machen?

Ich kann mich nichts vorstellen, was wir besser oder anders machen hätten können.

9) Schlimmste Erlebnisse?

Es ist schwierig, darauf eine Antwort zu geben, weil rückblickend kann ich mich an keinen Moment erinnern, wo wir uns sagten: "Warum machen wir das alles?"

Das einzige Ereignis, das uns zunächst Angst machte, erwies sich später als ganz wunderbar: Als wir an der Küste von Borneo, in Lee von einer einsamen Insel, ankerten, bestiegen drei Männer mit Skimasken unsere Yacht. Kitty und die Kinder waren unten, während ich an Deck war. Ich sah ein kleines Fischerboot auf uns zukommen. Als sie nahe genug waren, bemerkte ich, dass drei Mann an Bord waren, die alle Skimasken trugen. Bevor ich reagieren konnte, hatten sie ihr Boot längseits gebracht. Der Mann auf dem Vordeck vertaute ihr Boot an unserem und sofort kamen alls drei an Bord. Ich schrie sie an, dass sie gefälligst unsere Yacht verlassen sollten und sie schrien mich auf Indonesisch an. Keiner verstand den anderen. Kitty hatte den Lärm gehört und brachte sofort durch die Luke drei Cokes und eine Packung Zigaretten. Alle lachten und sofort nahmen sie ihre Masken ab. Bald kommunizierten wir mit Zeichensprache. Ich holte eine Seekarte und fragte sie., von wo sie kämen.

Sie waren von der Karte fasziniert und fragten, ob wir noch eine andere hätten. Ich gab Ihnen eine andere von diesem Gebiet mit unterschiedlichen Maßstab. Kurze Zeit später standen sie auf, stiegen auf ihr Boot hinunter und als sie wegfuhren, hielten sie ihren Daumen hoch und lachten.

Später, als wir diese Geschichte Offiziellen in Singapur erzählten, meinten diese, dass wir wegen Mordes gehängt worden wären, wenn wir eine Waffe gezogen und geschossen hätten. Aber wir hatten nie ein Waffe an Bord, auch heute nicht. Drei Jahre zuvor hatten wir ein Pärchen in den Bahams getroffen, wobei das Mädchen gerade aus diesem Gebiet in Indonesien stammte. Als ich ihr diese Geschichte erzählte, meinte sie, dass in dem Teil Indonesiens der Eigentumsbegriff unbekannt sei und dass dort die Leute einfach in das Haus von Freunden gehen würden - ohne anzuklopfen und ohne sich vorher mit einem "Hello" zu melden. Sie war sicher, dass die drei es nicht verstanden hatten, warum ich sie angeschrien hatte.

10) Wie geht Euer Leben weiter?

Wenn man um die Welt gesegelt ist, dann hat sich Dein Leben für immer verändert. Du wirst immer auf die nächste Reise oder auf das nächste Abenteuer schielen. Nach unserer Heimkehr haben wir die Jungs auf die Schule gebracht und begannen wieder zu arbeiten. Jeder von den Jungs hat seinen Abschluss in seiner Klasse unter den besten 5 Prozent gemacht und beide gingen auf ein "Ivy League College". Zurück in ihrer Klasse waren beide erstaunt, welch beschränkte Sicht ihre Klassenkameraden auf die Welt haben. Wenn einmal die Jungs ihren Universitätsabschluss gemacht haben werden und ausser Haus, Kitty und ich pensioniert sind, gehen wir wieder auf Langfahrt.

Anderen, die mit Kindern auf Langfahrt gehen wollen, sollten Folgendes bedenken: Wenn die Kinder Spaß haben, haben ihn auch die Eltern. Wenn sie unglücklich sind, trifft dies auch die Eltern.

Wenn immer wir eine Yacht mit Kinder reinkommen sahen, ruderten wir sogleich rüber und luden sie zu Drinks oder zum Dinner auf unser Boot. So trafen unsere Kinder auf andere Kinder. Wenn die anderen Familien mit Kindern darüber nachdachten, wohin sie segeln würden, änderten wir häufig unsere Reisepläne und schlossen uns ihnen an. So konnten unsere Kinder ihre Spiele mit den neuen Fraunden fortsetzen. Wir erzählten ihnen immer, dass ihre nächsten Freunde auf dem nächsten Ankerplatz seien. Wir bestärkte sie auch, neue Freundschaften mit den einheimischen Kindern zu schließen, so auf den SanBlas-Inseln, auf den Solomon-Inseln und auf vielen anderen Plätzen. Als wir fünf Monate lang in Neuseeland waren, brachten wir sie in die örtliche Schule, damit sie neue Freunde finden und die neuseeländische Kultur kennenlernen würden.

Das ist bereits die zweite Weltumsegelung der Kuhners. Das erste Mal ohne Kinder - siehe hier, wobei damals der Plan aufkam, die Welt auch den geplanten Kindern zu zeigen, was auch geschah.

Wer noch mehr über die Reisen und das Leben von Scotty und Kitty erfahren möchte, kann ihre Homepage besuchen, wo auch eine Menge Bilder von den Weltumsegelungen zu finden sind - hier klicken. Ganz leicht: Wenn man auf dieser Seite ist, sollte man das erste Bild anklicken, um es in einem größeren Maßstab zu sehen. Und um den Text runter zu scrollen. Zum Weiterblättern dann recht unten "next" klicken.

Wer leidlich Englisch kann, kann sich auch hier die Story der Kuhners über ihr Leben runterladen.

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