YACHT-Leser fragen, Bobby Schenk antwortet



Antwort an Walter Schild:

Hallo Walter,

Ich finde, das ist eine sehr gute Anregung. Ohne Zweifel wird in naher Zukunft die Kommunikation einer Yacht mit dem Internet ein überwältigende Rolle spielen. Alle Anstrengungen, zum Beispiel über Kurzwelle und Faxprogramm eine Wetterkarte an Bord zu holen, werden in Kürze kindisch wirken. Bereits jetzt hat die Zukunft mit Hilfe des GSM-System schon ein wenig begonnen, wie Du ja bestätigst. Aus eigenen Erfahrungen funktionieren GSM-Handys bis 20 Meilen vor der Küste ganz zuverlässig, jedenfalls, wenn die Küste einigermaßen abgedeckt ist. In den USA gehört ein Handy schon zur Standardausrüstung einer Yacht.

Der gesamte Schatz aus dem Internet, insbesondere, was die Wetterinformationen ausmacht, wird auch dem Blauwassersegler zur Verfügung stehen, wenn die Satelliten-Telefone wirklich voll einsatzfähig für diesen Zweck sind. Ich hab in den letzten Tagen das Satphone (Fotos) ausprobiert, das mit einer Rahmenantenne unglaubliche Gesprächbedingungen liefert. Es funktioniert so: Aufstellen, Einschalten und nach dreißig Sekunden hat es selbstständig einen Satelliten aus dem IMMARSAT-System ausgewählt. Dann braucht man nur noch zu wählen: 0049 89....
Der Anschaffungspreis von 13000.- DM ist nicht so sehr das große Problem bei dieser Sache (wenn man mal bedenkt, was andere Yachtelektronik kostet). Auch nicht die Praxistauglichkeit, denn die Satelliten sind zwar geosationär, doch ist die Antenne gegenüber Schiffsbewegungen nicht sosehr empfindlich, weil der Satellit offensichtlich elektronisch fortlaufend verfolgt wird (es gibt auch automatische, fußballgroße Schiffsantennen). Das Hauptproblem sind die hohen Gebühren zusammen mit der schneckenlangsamen Datenübertragung. Während das GSM-Handy immerhin noch 9600 bit/s schafft, kriecht das Satphone mit 2400 bit/s dahin. Das bedeutet: Ca 30 Minuten für eine Wetterkarte - bei einem Minutenpreis von drei Dollar.

Walter Schild liegt also schon sehr im Trend, wenn er "abgemagerte" Webseiten für Segler vorschlägt, sogenannte Lean-Pages. Ich werde diesen Vorschlag an meinen Verein und an ESYS weitergeben, vielleicht finden sich da Segel-Fans, die sich dieser Herausforderung annehmen. Eine große Hilfe für Fahrtensegler, auch im Urlaub, wäre dies allemal.

Übrigens: Das mit zahllosen Vorschußlorbeeren ausgestattete Iridiumsystem kommt nicht so recht in Schuß. Immer wieder wurde der Start verschoben, und zwar wegen technischer Schwierigkeiten. Da hilft es wenig, wenn die Iridiumhandys mit 9600 bit/s arbeiten sollen(!). Aber die (nahe) Zukunft ist: Satellitengeräte, die mit 64000 bit/s arbeiten. Auf der nächsten CEBIT werden sie vorgestellt.

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