Ich hab' da mal ne Frage - for Ladies only (02)


Ine

Ine Rühle, SY UTHÖRN IV

segelt seit 45 Jahren, seit 42 Jahren mit ihrem Mann. Ursprünglich Jollensegler, sind sie seit 30 Jahren Fahrtensegler und verbringen die Sommermonate mit ihrem Schiff in Skandinavien, vor allem in Schweden, aber auch in Finnland und Norwegen. Außer der Ostsee, dem Kattegat und Skagerrak gehört auch die Nordsee zu ihren Lieblingsrevieren, in die es sie immer wieder zieht. Chartertörn-Erfahrungen haben sie außerdem im Mittelmeer, in der Karibik und in Südafrika gesammelt.

 

 



ICH HAB´DA MAL NE FRAGE - FOR LADIES ONLY 


FRAGEBOGEN


1) Was war für Dich die Motivation segeln zu lernen und mit einer Yacht auf Törn zu gehen?
Wenn man so wie ich am Wasser aufgewachsen ist (in Bremen), hat man immer ein paar Schulfreunde, die eine Segeljolle haben. Da lässt man sich auch gerne überreden, zeitweise die Schoten statt der Schulbücher in die Hand zu nehmen.Bis zu der Erkenntnis, dass das Loswerfen der Leinen ein beträchtliches Stück innerer Freiheit bedeutet, ist es dann nicht mehr weit.


2) Auf welcher Yacht würdest Du gerne segeln?
Am liebsten segle ich auf unserer UTHÖRN IV. Sie ist so ausgerüstet, dass wir sie zu zweit sehr gut segeln können, und bietet uns so viel Platz und Komfort, dass wir uns an Bord ungeheuer wohl fühlen.

3) Mit wem würdest Du gerne über den Atlantik segeln?
Mit Karla und Bobby Schenk. Da brauchte ich keine Angst zu haben, dass irgend-welche Navigationsgeräte ausfallen, denn Bobby kommt ja auch ohne all das ans Ziel.

4) Wirst Du seekrank? Was tust Du um diese Unannehmlichkeit zu vermeiden?
Seekrankheit kann ich vermeiden, indem ich mich bei rauer See nur draußen auf-halte. Ich sitze dann vor dem Niedergang, also ungefähr mittschiffs (wir haben uns da ein Sitzbrett fertigen lassen, das auf den unteren Teil des Steckluks geschoben wird), habe einen guten Rundumblick, beobachte das Meer, die Instrumente und korrigiere manchmal die Segel, während der Skipper es sich dank seiner robusten Konstitution im Salon gemütlich machen kann.

5) Welcher Segelschriftsteller hat Dich am meisten begeistert?
Mein eigener Mann mit seinem Buch „Abenteuer eines Skippers“, weil es schön voller Selbstkritik steckt.

6) Welche Vorzüge hast Du, um auch harte Segeltörns durchzustehen?

Was mir auf harten Segeltörns, besonders eben bei stürmischer See zugute kommt, ist, glaube ich, die Tatsache, dass ich niemals Angst empfinde. Ich bin von der Qualität meines Skippers und seines Schiffes einfach unerschütterlich überzeugt.

7) Welche Musik hörst Du am liebsten an Bord?
Ich bin ein großer Fan des „Helgoländer Shanty Chors“.

8) Wer bestimmt bei Euch an Bord, wo es lang geht?
Wir entscheiden gemeinsam, wohin wir segeln wollen, und mein Skipper bestimmt dann, wie wir das machen. Das macht das Leben an Bord so einfach – einfacher als an Land, wo die Rollenverteilung manchmal etwas komplizierter ist.

9) Überfällt Dich manchmal das Heimweh?
„Heimat" ist nicht an einen Ort gebunden. Heimat ist der Mensch, dessen Seele wir vernehmen und erreichen.“ Das hat Max Frisch einmal gesagt, und in diesem Sinne habe ich auch kein Heimweh, denn ich habe meinen Mann ja immer dabei.

10) Was vermisst Du, fern der Heimat in der dritten Welt, Afrika, Südamerika oder Südostasien? 
Wir bewegen uns immer im Dunstkreis europäischer Kulturen.

11) Mit welchem Segler oder Seglerin hättest Du gerne ein Dinner for Two?
Eigentlich bin ich mehr für „Dinner for Four“ mit Karla, Bobby und meinem Mann Volker.

12) Bringt das ungewöhnliche Leben auf so engem Raum manchmal Zoff an Bord?
Wir haben eine sehr einfache und erfolgreich praktizierte Regel an Bord, unsere so genannte „Halbe-Stunden-Regelung“: Eine Meinungsverschiedenheit darf nicht länger als 30 Minuten dauern. Danach muss sie abgehakt sein, sonst wird das Schiff tatsächlich zu eng. (Wer will schon ins Beiboot umsteigen!)

13) Wie sieht Dein Speiseplan unterwegs aus?
Morgens gibt´s Kaffee, mittags Obst und Kekse und abends wird gekocht mit viel Gemüse, dazu Fisch oder Fleisch. Später, zum Kaffee oder Wein, kommen dann „die kleinen Sünden“ in Form von Schokolade oder ähnlichem. Natürlich gehen wir auch gerne mal zum Essen und lernen die Küche anderer Länder kennen.

14) Fürchtest Du Dich auf offener See, hast Du Angst um Dein Leben?
Angst habe ich nicht, aber es nervt mich unheimlich, wenn fern der Heimat irgend etwas an Bord nicht funktioniert, wobei das ja im Normalfall nicht lebensbedrohlich ist.


15) Wie ist Deine Meinung zu Waffen an Bord?
Da wir uns mit unserem Schiff in zivilisierten Breitengraden bewegen, sind Waffen an Bord kein Thema. Außerdem habe ich immer das dumme Gefühl, dass derjenige, der mit schlechten Absichten an Bord kommt und mit Sicherheit bewaffnet ist, ohnehin die niedrigere Hemmschwelle hat und als erster abdrückt.

16) Wo geht Deine nächste Reise hin und welches wäre Dein Traumziel?
Die nächste Reise geht wahrscheinlich in den Osten (Polen, Baltikum, Russland).

17) Was ist das Schönste am Segeln?
Leinen los und alles hinter sich lassen!

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