Endlich: Echte Energiesparlampen an Bord

21.1.02



Darauf haben alle Fahrtensegler gewartet. Denn mal ganz ehrlich: Unsere Yachten sind ziemlich ausgereizt, was die Segeleigenschaften, die Sicherheit, ja auch das Aussehen angeht. In Punkto Stromhaushalt sind wir aber noch ungefähr auf dem Stand von vor (fast) 100 Jahren. Die Batterien liefern nicht einen Deut mehr Strom als vor dem Weltkrieg, da können auch die tollen Reklamesprüche der Hersteller nicht darüber wegtäuschen. Und die wesentliche Stromerzeugung kommt immer noch über den verlustreichen Umweg vom Dieselmotor. So ähnlich wie auf den U-Booten vor 70 Jahren.

Beim Stromverbrauch hat sich wenig getan, wenn man mal davon absieht, dass der Durst der "Elektronik" dank der Miniaturisierung der Schaltkreise erträglich geworden ist. Elektrisch heizen oder kochen ist nach wie vor auf Fahrtenyachten "unserer Größe" utopisch. Beim Licht schaut es genauso trübe aus, denn an manchen Lampen kann man sich die Finger verbrennen, was nichts anderes bedeutet, als dass der größte Anteil des elektrischen Stroms unerwünscht zum Heizen verwendet  und nur ein kleiner Anteil in Licht umgewandelt wird. Ergebnis: Das Licht im Salon ist gemütlich - bis nach ein paar Stunden die Batterie in die Knie geht.

Daran haben auch die schönen hellen Halogenlampen nichts geändert. An die 10 Watt, die Zahl sollte man sich merken, verbrät so eine Halogenlampe. Wenn dann auf meinem Schiff im "Salon" 5 Lampen den Tisch beleuchten, dann fließen halt rund 5 Ampere aus der Batterie, nach einer langen Winternacht sind das 50 Amperestunden. Das ist eine Strommenge, für die eine normale Lichtmaschine in der Praxis runde zwei(!) Stunden orgeln muss.

Wen wundert es, dass meistens halt nur eine Lampe eingeschaltet wird, sodass die Beleuchtungsverhältnisse halt ziemlich duster sind - verglichen mit dem schönen hellen Salon, den man auf der Ausstellung gesehen hat.

Den Charterskipper interessiert dies alles wenig, denn meistens hängt er ja schon nach spätestens zwei Tagen wieder an der Energie, sprich Stromkabel in der Marina. Den Fahrtensegler freilich beschäftigen diese Probleme erheblich. So war er happy, als vor einiger Zeit Hoffnungsschimmer in Form von kleinen Taschenlampen auftauchten. Sie waren von Anfang an unschlagbar. Nach 14 Tagen Dauerbetrieb mit ein paar Walkman-Batterien waren sie immer noch nicht "leer". Aber Lampen für die Kajüte ließen auf sich warten, weil die zu so einer Leuchtdiode gehörenden Elektronik so einfach nicht ist.

Jetzt scheint ein Durchbruch in Sicht: Die deutsche Firma SES-Spezialelektronik (info@ses-team.com) hat nunmehr Dioden-"Lampen" entwickelt die einen Großteil unserer Stromprobleme lösen könnten. Und - nochmals ein gute Nachricht - sie passen mit ihrem Durchmesser von 51mm in die von den Werften so geliebten Standard-Fassungen für die stromfressenden Halogener.  Der Verbrauch liegt bei sensationellen zwei Watt - gerade mal ein Fünftel von dem Strom, der bisher die Lampe erhellte und aufheizte. 

Es wird sie in 12 Volt und in 24 Volt geben. Außerdem ist an eine etwas dunklere Version mit der halben Leuchtstärke gedacht .

Vielleicht zu früh gefreut? Deshalb die schlechte Nachricht zuletzt. Der Preis für eine Lampe beträgt zu Zeit noch schlappe 77 - Euro - zuzüglich Mehrwertsteuer und Versandkosten für eine einzige Lampe.

Glaubt es mir - es rechnet sich!

Der Objektivität halber sei der letzte Nachteil noch erwähnt: Besonders lauschig ist das Licht nicht. Aber das galt auch für die Halogenlampen, die jetzt auf meinem Schiff rausfliegen.

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