Fotografieren auf Langfahrt 2006

von Bobby Schenk


"Man kann das "normale" Fotografieren "an Land" nicht mit dem Fotografieren auf  einer Yacht vergleichen." Das hat auch im Zeitalter der Digitalfotografie immer noch weiterhin Geltung. Und "Digitalfotografie ist die (nahe) Zukunft" - das wurde hier erst vor drei Jahren  geschrieben. Inzwischen ist es die Gegenwart.

Digitalfotografie ist heute Standard

Nicht nur auf Yachten, auch generell, wird heute praktisch nur noch digital fotografiert. Viele Markenfirmen haben die Produktion "analoger" Fotoapparate eingestellt - bestimmte Markenfotoapparate mit einst klangvollen Namen gibt es nicht mehr und die gute alte deutsche Markenfirma AGFA hat die Filmproduktion für immer eingestellt. Der digitale Zug ist endgültig abgefahren. Mehr noch: Durch die Einführung der Digitalfotografie nehmen heute Menschen einen Knipser in die Hand, denen das alles früher zu kompliziert, gelegentlich auch zu teuer war.

Problem an Bord: Standort des Fotografen ist vorgegeben

An den alten Problemen beim Fotografieren hat aber auch die Digitalfotografie nicht viel ändern können. Auf einer Yacht benötigen wir nach wie vor am besten ein starkes Weitwinkel-Objektiv - schließlich können wir uns nicht unendlich weit vom Objekt entfernen, um einen großen Ausschnitt zu bekommen und ein starkes Tele, um aus größerer Entfernung auf See schon mal ein anderes Objekt (Segelyacht) formatfüllend ins Bild zu bekommen. Also am besten ein Zoom-Objektiv, das vom Weitwinkel bis in den Telebereich alle Bildwinkel bestreicht.

Andererseits sind Vorbehalte gegen die Qualität des Digitalfotos nicht mehr angebracht. Nahezu jede Kamera reicht für halbseitige Ausdrucke von Fotos aus, also auch für Veröffentlichungen. Eine "Auflösung" von 5 Megapixel ist bereits Standard. Darunter sollte man sich keinen Apparat mehr andrehen lassen.

Alle Kameras brauchen Strom

Ebenfalls wichtig an Bord einer Yacht auf hoher See - ein paar hundert Meilen von der nächsten Steckdose entfernt: Alle digitalen Kameras werden elektrisch betrieben und hier hat die Stromversorgung der Kameras erhebliche  Fortschritte gemacht. Konnte ich mit vier aufladbaren Akkus zu je 2000 Ah (die im übrigen kaum eine Lebensdauer von mehr als 2 Jahren erreichten) mit der 5MB-Minolta (Baujahr 2002 - Bild) noch höchstens 50 Bilder schießen, so soll nach Werksangaben der winzige Akku für die Nikon D200 für 1800 Bilder gut sein. Ab Bord, wo bei weitem nicht solche Laborbedingungen wie bei Nikon herrschen, wird diese Anzahl wohl nicht erreicht, doch auch schon die Hälfte ist ein fantastischer Wert. 

Ist zu Hause die Stromversorgung einer Digitalkamera selbstverständlich völlig unproblematisch, können sich an Bord durchaus Schwierigkeiten ergeben. Die meisten Kameras arbeiten eben nicht mit handelsüblichen AA- oder AAA-Batterien, sondern mit Akkus,  die meist so genial geformt sind, dass man nicht auf andere Lösungen ausweichen kann. Das Problem ist nun, dass auf den meisten Yachten nicht soviel Wechselstrom zur Verfügung steht, dass man selbst diese sparsamen Ladegeräte betreiben kann. Der Ausweg bei einem längeren Törn sind dann eben vorgeladene Ersatzakkus, wobei der Autor auch mit sogenannten "baugleichen" preiswerteren Akkus ("No-Name") gute Erfahrungen gemacht hat - siehe zum Beispiel: www.celltronic.de.

 Alle Digitalkameras eignen sich an Bord - mehr oder weniger

Es gibt bei der Auswahl des geeigneten Fotoapparates zwei Kriterien, die - wie üblich - ins Geld gehen. Einerseits bräuchte man ein gescheites Weitwinkelobjektiv,  24 mm nach Maßstäben wie sie für die Kleinbild-Analog-Kameras gegolten haben. Wegen des üblichen Verlängerungsfaktors "Kleinbild/Digital" von 1:1,5 also immerhin ein 18er sollte es schon sein, andererseits wäre ein richtiges Tele, siehe oben, wünschenswert. Beides lässt sich bauartbedingt mit einer der beliebten Kompaktkameras nicht realisieren. Die meisten von denen haben einen Zoombereich von 38 mm bis 114 mm, das Weitwinkel fehlt also völlig. Hier müsste man schon etwas tiefer in die Tasche greifen und zum Beispiel eine SLR (Spiegelreflexkamera) anschaffen, mit entsprechenden Wechselobjektiven. Spitzenkameras im Amateurbereich sind die Canon-Serie, vor allem die EOS 350D oder die Nikons D50 oder D70. Denen kann man schon die kompakten Zoom-Objektive von Tamron oder Sigma mit dem völlig ausreichenden Zoombereich 18 bis 200 mm anhängen.

Aber, um es deutlich zu sagen, bevor wir an Bord gar keine Digitalkamera haben, ist eine kompakte, vor allem neuerdings mit Bildstabilisator, in jedem Fall ein Zugewinn, sei es für Erinnerungsfotos, ein Bild-Logbuch oder schlicht als optische Notizzettel. Die sind übrigens alle geeignet, um zum Beispiel Dokumente abzufotografieren (Seiten aus Hafenhandbüchern etc), die dann mit einem OCR-Programm (Texterkennung) zu richtigen Text-Dateien verarbeitet werden können.

Schwäche der SLRs an Bord: Die empfindliche Spiegel-Mechanik  

Die Highend-Kameras für Segler bewegen sich in Preisklassen von 1500 Euro aufwärts. Viel Geld, aber auch viel Leistung. Im Moment sind die Topkameras wohl die Canon EOS 5D und die Nikon D 200, beides Spiegelreflexkameras mit der Möglichkeit, Wechselobjektive aus einem reichhaltigen Angebot zu benutzen. Die mit vielen Vorschusslorbeeren bedachte D200 hat noch den Vorteil, dass sie "spritzwassergeschützt" ist , also sich scheinbar besonders für den rauen Bordbetrieb eignet. Ich hab allerdings da Bedenken, ob sie auch mal überkommendes Seewasser abkönnte, denn der "Spritzwasserschutz" beschränkt sich zum Beispiel auf eine Gummiabdeckung der Kontakte für externe Anschlüsse.

Aber auch Spiegelreflexkameras sind ein Kompromiss auf einer Yacht. Der große Vorteil von modernen Digitalkameras liegt ja für den Segler in der Tatsache, dass solche Kameras nur noch über wenige mechanisch bewegte Teile verfügen und damit im rauen Bordklima entsprechend unempfindlich sind. Bei einer Spiegelreflexkamera handelt man sich diesen Nachteil wiederum in Form des Klappspiegels wieder ein. Die sind zwar heute extrem zuverlässig, aber eben auch nur dann, wenn sie nie in Berührung mit Salz in irgendeiner Form gekommen sind. Man sollte sich dieser Tatsache bewusst und deshalb beim Objektivwechsel entsprechend vorsichtig sein.

Wem die Mechanik eines Spiegels der SLR-Kamera in der salzwasserschwangeren Luft zu suspekt ist, der ist vielleicht mit der etwas preiswerteren Spitzenkamera von Sony DSC R1 am besten bedient. Es besteht der Verdacht, dass sie den gleichen großen Chip wie die Nikon D200 benutzt, sodass die Bildqualität - jedenfalls bei gleicher Objektivleistung - identisch sein dürfte. Allerdings, man muss sich mit dem festen Zoomobjektiv von 24/120 mm begnügen. Dafür bekommt man einen Bildstabilisator bei allen Brennweiten gleich mitgeliefert. Und der Preis beträgt nur ein Drittel von der D200 (plus Objektiv).

 

Einen Nachteil haben alle SLR-Kameras immer noch. Man hat - bauartbedingt - keine Vorschau auf dem Display, sodass man erst hinterher das Ergebnis (auf dem naturgemäß recht kleinen) Bildschirm auf der Rückseite der Kamera überprüfen kann. Bei der DSC R1 erkauft man sich den Vorteil, dass das Sucher-Display nach allen Seiten drehbar ist - was sehr hilfreich ist, wenn man in Winkel auf dem Schiff hineinfotografiert, wo man zwar mit der Hand, nicht aber mit Kopf plus Kamera hinkommt, zum Beispiel um festzustellen warum die Wasserpumpe unter der Maschine leckt.

Wichtigster Punkt: Die Schnappschussfähigkeit

Alles hat seinen Preis! Und so ist es logisch, dass Kameras für 100 bis 200 Euros nicht mit den Spitzenkameras mithalten können. Vor allem in einer außerordentlich wichtigen Eigenschaft:  Was merkwürdigerweise in den Testberichten der Fachzeitschriften nur am Rande, wenn überhaupt, erwähnt wird, ist die Tatsache, dass eine Vielzahl der preiswerten "Kompakten" eine Eigenschaft abgeht,  die wir Verbraucher, speziell Segler, als selbstverständlich voraussetzen und deshalb gar nicht lang vor dem Kauf hinterfragen: Schappschusstauglichkeit. Wenn die fehlt, sind Aufnahmen von sportlichen Motiven, zum Beispiel einem Speedboot, das uns gerade überholt, auch von einer formatfüllenden stampfenden Segelyacht oder von Delphinen, die vor dem Bug rumschießen, praktisch ausgeschlossen.

Selbst die billigsten analogen Kameras reagierten auf Knopfdruck, was gelegentlich doch originelle Ergebnisse einbrachte. Bei den (meisten preiswerten) digitalen ist das ganz anders. Zwar ist die Kamera schon nach ein paar Bruchteilen von Sekunden "betriebsbereit" (was sich gut in den Testberichten macht), aber wenn wir auf den Auslöser drücken, tut sich im Moment gar nichts, weil der Autofokus noch nach der richtigen Einstellung suchen muss. Was sehr häufig Protraitfotos von schauriger Unnatürlichkeit ergibt, wenn dann endlich das - elektronisch erzeugte - "Klick" ertönt. Dann hängen die Augenlider, die Stirn ist verkniffen und der ganze Gesichtsausdruck ist mürrisch, weil man zu lange ein krampfiges Lächeln in die Kamera zeigen musste. 

Ganz schlimm wird es, wenn man mehrere Fotos schießen wollte, um hinterher das beste auszusuchen. Die Zeit nach dem ersten Bild nutzt die Kamera nicht zum Fotografieren, sondern um das vorher geladene Bild auf der Speicherkarte abzulegen - und das kann je nach eingestellter Bildqualität dauern. Selbst eine einzige Sekunde wird dann zur Ewigkeit, wenn man gerade eine bewegte Szene für die Nachwelt einfangen möchte.

Also, beim Kauf einer Kamera diese dem Verkaufer höflich aus der Hand nehmen, im Laden rumfuchteln und dann: Klick, Klick, Klick... Wenn sich da nichts oder nur zögerlich was tut, nach einer anderen Kamera fragen!

Die fehlende Schnappschusstauglichkeit ist in meinen Augen der größte Nachteil der preiswerteren Kameras. Die Bildqualität kann, jedenfalls bei erstem Anschein auch mit ganz teuren Kameras durchaus mithalten.

Unterwassergehäuse nicht mehr unbedingt nötig

Ein weitere Vorteil der Kompakten: Ein Unterwassergehäuse ist meines Erachtens auf einer Yacht nicht unbedingt nötig, wenn man die Kamera nur beim Segeln, und nicht etwa beim Schnorcheln, einsetzen möchte. Auf Grund ihrer Handlichkeit kann ich eine solche Kamera geschützt in der Tasche mit mir rumtragen und für die Fotos rausholen. Dass eine überkommende See selbstverständlich jede Kamera ruinieren kann, ist selbstverständlich. Wer ein Zusätzliches tun möchte, kann sie ja zwischen den Schnappschüssen mittels Plastiksack schützen. Aber, die Kamera darf nach dem Fotoeinsatz nicht weiter in Plastik oder in einem luftdichtem Gehäuse aufbewahrt werden, denn dann bildet sich Schimmel (Pilze), was der Tod für jede Optik ist.

Mit den klobigen analogen Kameras der früheren Jahre war der Einsatz an Bord anders. Die konnte man nicht so einfach wegstecken und so waren sie viel mehr den salzigen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Warum ich kein Freund von Unterwassergehäusen bin? Man geht in Bezug der Handlichkeit und Bedienbarkeit unnötige Kompromisse ein, wahrscheinlich auch bei der Preisfrage. Und mal ehrlich: Wem sind denn schon mal eindrucksvolle Schwerwetterfotos an Bord der eigenen Yacht gelungen, die einigermaßen die widrigen Verhältnisse wiedergeben? Selbst wenn ich dann im Regen oder in der Gischt Fotos machen will, ist es spätestens dann mit vernünftigen Ergebnissen aus, wenn die Optik wasserbedeckt ist, also sicher schon beim zweiten Foto.

Was anderes ist es selbstverständlich, wenn die Kamera auch beim Schnorcheln begleiten soll, da haben die Unterwassergehäuse oder "wasserdichten" Kameras durchaus ihre Daseinsberechtigung. Aber da sind wir dann auch schon auf einer anderen Problemebene.

Noch ein wichtiges Wort zur Handlichkeit: Zeitschriften-Tests sind diesbezüglich häufig irreführend. Zum Beispiel fällt die in den Testberichten so akribisch gemessene "Auslöseverzögerung" bei den meisten Spiegelreflexkameras an Bord nicht ins Gewicht. Der Vorteil ist, dass man draufhalten kann - kostet ja kein teures Filmmaterial. Bei den Spitzen-SLR-Kameras von Nikon und Canon lassen sich beispielsweise Serien von an die 20 Bildern in ein paar Sekunden abschießen - in höchster Qualität wohlgemerkt - , bevor die Kamera wieder "Luft holt", was heißt, dass sie die Bilderserie auf die Speicherkarte abspeichert, was dann schon eine Minute Sendepause bedeutet. In der Bord-Praxis kaum von Bedeutung!

Serienfotos erhöhen die Chance auf eine gute Ausbeute

Gerade mit diesen Kameras ist es für den Nicht-Profi am leichtesten zu Spitzenergebnissen zu kommen, denn nach dem Prinzip Zufall wird ja eines der 20 Bilder mehr oder weniger perfekt sein - und die übrigen werden mit DELETE (Löschtaste) "weggeschmissen", und zwar ohne die Umwelt im geringsten zu belasten. Denken wir bei diesem Thema zurück in die analoge Foto-Steinzeit: Da hat man erwartungsfroh den Film aus dem weit entfernten Fotolabor zurückbekommen und war dann schon froh, wenn ein paar unter den 36 Bildern einigermaßen unseren Erwartungen genügt haben.

Speicherkarten großer Kapazität machen erst flexibel

Beim Langfahrtsegeln war dies früher der lästigste Teil beim Einfangen von Erinnerungsbildern: Die Mitnahme von ausreichend Filmmaterial und die anschließende Verwertung. Vergessen wir nicht die mühselige chemische Verarbeitung in Fotos und die Filmpreise  - für den Preis eines 10er-Packs bekommt man heute schon eine Speicherkarte, auf der 36 Bilder in höchster Qualität abgespeichert werden können und zwar unendlich oft. Aber niemand wird sich heute noch mit einer 128MB-Karte zufrieden geben. Gleichgültig, welche Kamera wir benutzen, ein Bild in höchster JPEG-Qualität (mit dem  verlustfreien und deshalb speicherintensiven RAW-Modus schlägt sich kaum ein Amateur herum) benötigt so zwischen zwei und vier MB. Da lässt sich die Kapazität einer dieser Speicherkarten gut ausrechnen. Auch die kleinen Speicherkärtchen nehmen inzwischen bis zu vier oder auch acht Gigabyte(!) auf, womit ich also ein halbes tausend Fotos in höchster Qualität abspeichern kann. Auf dem abgebildeten Display einer Nikon-Kamera werden 444 Fotos für eine 4-Gigabyte-Karte bei höchster JPEG-Qualität angegeben - das entspricht einem Dutzend Kleinbildfilme. Allerdings der Haken: Die unscheinbaren briefmarkengroßen Massenspeicher gehen ins Geld, eine 4-GB-Karte kostet immer noch runde 250 Euro. Tendenz stark sinkend.

Herzhaft löschen ist der Schlüssel zur Qualität

Jetzt zur (vorläufigen Bildbearbeitung): Wie schon gesagt, bei uns Amateuren führt der Weg zu einem guten Foto über die große - kostenlose - Anzahl von Bildern, aus der wir uns dann die besten aussuchen - "herzhaft löschen" ist die Devise! Kostet ja nichts. Also sollten wir bei der Aufnahme "draufhalten". 100 Bilder von ein paar Segelszenen, vor allem wenn wir andere Segelyachten fotografieren, sind da nichts Ungewöhnliches. Denken wir an eine schöne Yacht, die unter Vollzeug am Wind an uns vorbeizieht (oder die wir gerade überholen): Einmal ist der halbe Rumpf in der Dünung des Meeres verdeckt, einmal hebt sich der Bug hoch und die Bugwelle, die vorher noch ein eindrucksvoller "Knochen im Maul der Yacht" war, ist gänzlich verschwunden. Halten wir aber stur drauf, benutzen wir gar eine Serienfunktion mit 4 oder mehr Bildern in der Sekunde, dann kriegen wir ein oder zwei Bilder, wo alles stimmt. Und die restlichen? DELETE!

Wer es noch perfekter haben möchte, schießt mit der Kamera sogenannte Bursts, also Salven, wobei die Bilder einstellbar verschieden belichtet werden. Zum Beispiel: - normal -  1 Wert unterbelichtet -  ein Wert überbelichtet - u.s.f. Moderne Kameras haben diese Möglichkeiten. Also, wenn dann kein gescheites Bild dabei ist, ist wirklich nicht mehr zu helfen. Bei diesen Serienschüssen wird man übrigens bald feststellen, dass es dieser absichtlichen Fehlbelichtungen gar nicht bedarf, die Automatiken der Kameras beherrschen die richtige Belichtung so gut, dass der Normalbetrachter am Bild kaum noch was auszusetzen will.  

Aber: Nahezu alle "Display-Sucher" hinten auf den Kameras eignen sich nicht besonders gut, um dann den Abfall rauszulöschen - Stichwort Mäusekino. Wir können es drehen und wenden, das geht nur am Notebook - ein weiteres von vielen Argumenten für einen Computer an Bord einer Langfahrtyacht (der eh schon fast Standard auf Langfahrtyachten ist).

Die meisten Notebooks sind mit einem Einschub versehen, in die die Speicherkarte zum Abspeichern eingeschoben werden kann. Die Speicherkarte meldet sich dann wie eine neue Festplatte, von der die Bilder auf die normale im Notebook enthaltene Festplatte (meistens "C:" kopiert werden können. Viele Bildprogramme machen dies automatisch, also: Karte reinstecken und warten, bis alle Bilder auf dem Computer sind. Hat der Computer keinen Schacht für Speicherkarten, dann gibt es preiswerte Karten-Lese-Geräte, die über den USB-Anschluß den gleichen Effekt erzielen.

  

Würden wir auf eine großzügige Vorauswahl von Fotos verzichten, rotieren wir bald in der Unzahl - wortwörtlich zu nehmen - von Bildern und es macht keinen Spaß, die des öfteren durch zugehen. Außerdem sind mit diesem Schrott auch größere Festplatten mit 120 GB (auf dem Notebook) bald überfordert. Nützlich ist hier ein Foto-Programm, wie es die meisten Kamerahersteller ohnehin mitliefern, oder ein preiswerter Zukauf. Der Autor ist mit dem ACDSee 8 (oben) zufrieden. Aber auch Windows XP selbst stellt starke Werkzeuge zum Aussieben überflüssiger Bilder zur Verfügung.

So funktioniert es:

Die Bordpraxis beim Fotografieren könnte also so aussehen:

  • Große Speicherkarte benutzen (1GB aufwärts)

  • Von den gewünschten Motiven lange Reihen schießen

  • Auf den Notebook abspeichern

  • Mit einem entsprechenden Programm den Schrott rauslöschen

  • Auf DVD dauerhaft abspeichern, wenn die Bilder über 4 Gigabyte ausmachen!

Typisch: In meinem letzten Artikel zu diesem Thema hab ich noch empfohlen, die Fotos auf eine CD zu brennen, die immerhin 650 MB, also runde 200 Bilder aufnehmen kann. Heute rate ich schon zu einer DVD, gut für mehr als 1000 Bilder in höchster Qualität. Das ist aber nur ein Symptom für die rasante Entwicklung auf dem Computermarkt. Fast alle jetzt verkauften Notebooks begnügen sich eben nicht mehr mit einem CD-Writer, sondern können auch DVDs beschreiben. Wer noch einen älteren Computer hat, kann an den USB-Anschluß aber auch einen preiswerten externen DVD-Schreiber anschließen.

Was ich später mal mit den Fotos machen werde, ist im Moment unerheblich, wenn ich sie mal auf DVD gebrannt habe. Es ist übrigens bei den heutigen Schleuderpreisen für beschreibbare DVDs ratsam, die Bilddaten mindestens doppelt zu sichern und vielleicht eine Sicherung jeweils per Post nach Hause zur Aufbewahrung zu schicken. Dann kann gar nichts mehr mit den wertvollen Erinnerungen passieren, selbst wenn man mal einen Wassereinbruch haben sollte.

Ob man später die Bilder in einem Labor vergrößern läßt, oder sie zu einer elektronischen Dia-Show verarbeitet, muss ja jetzt noch nicht entschieden werden. Übrigens: Es gibt weltweit in immer mehr kleineren Städten, ja Dörfern, die Möglichkeit, innerhalb weniger Stunden und recht preiswert Fotos in ansprechender Qualität ausdrucken zu lassen. Dem Labor ist es egal, ob man mit CD, DVD, Speicherkarte oder auch USB-Stick kommt.

Besucher Heiko Geis hat einen Image-Tank zur Speicherung der Bilder empfohlen, was nichts anderes ist, als eben eine noch größere Speicherkarte, beziehungsweise eine Festplatte. Aber das sind Zwischenlösungen für Urlaubssegler, die nach ein paar Wochen wieder am Bürocomputer sitzen. Für Langfahrtsegler bringt das nichts, denn wenn der Image-Tank voll ist, was dann?

Bildbearbeitung?

Mit welchem Programm sollen die Bilder dann bearbeitet werden? Also Farbstiche entfernen, dem Bild etwas Wärme geben, einen Pickel im Gesicht der Bikini-Schönen entfernen, und so fort?

Meine ganz persönliche Meinung: Finger weg, wenn man es nicht gerade gelernt hat!

Einzelne Bilder bearbeiten (Ausnahme: Zuschneiden und fürs Internet oder für Mails komprimieren) ist zeitlich viel zu aufwändig, um sich damit abzugeben. Außerdem sind hierfür schon recht professionelle Fertigkeiten notwendig, um zu sichtbar(!) besseren Ergebnissen zu kommen, als es jeder andere mit einem Klick auf "automatisch anpassen" auch könnte. 

Selbstverständlich ist ADOBE PHOTOSHOP der beste Standard bei der Bildbearbeitung, aber man muss mit diesem mächtigen Werkzeug auch umgehen können. Ich kann es nicht. Es ist wie bei einem Klavier. Das kann jedes Musikstück spielen - wenn es denn der Pianist kann. Mit den höherwertigen Bildbearbeitungsprogrammen Histogramme analysieren ist vielleicht was für Urlaubssegler, die vom Kroatientörn 50 Bilder mitbringen und nun im Winter abends Zeit haben, ihre paar Bilderchen zu verbessern und denen es Spaß macht, an langen Abenden am Computer ihren Urlaubstörn nachzuerleben. Garantiert erreiche ich(!) bessere Ergebnisse, wenn ich 500 mal abdrücke und in einer halben Stunde auf dem Computer die besten 50 aussiebe. Nachfolgendes Foto ist beispielsweise dadurch entstanden, dass der Fotograf aus freier Hand in der Marina diese Abendstimmung einfangen wollte und zwei Dutzend Bilder geschossen hat: Die praktisch alle verwackelt (sichtlich unscharf) waren. Außer folgendem:

Beispiel: Blende f:3,5, 1/25 S iso:100 - Brennweite: 18mm - automatischer Weißabgleich - auf 65 KB komprimiert 

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