Die Circumnavigators - Who is Who im Weltumsegeln(99)


LOP TO

Schiffsname:
LOP TO

Crew:

 Helmut, 66 Jahre und Kerstin 48 Jahre (bei Ankunft)

Beruf: Bau Ingenieur und Museologin
 Nationalität:  Deutsch

Schiffstyp und Größe:

Lop To ist eine Danish Flower 38, gebaut 1982 bei Bloomsma in Makkum, Niederlande.
Material Stahl, gejockelt geschweisst aus Schiffsbaustahl. Innenausbau erfolgte durch ihren ersten Eigner. Helmut kaufte das Schiff von ihm 1992.
Länge 11,23 Meter, Breite 3,65 Meter, Tiefgag 1, 95 Meter. Langkieler, Ketsch getakelt.

Route der Weltumsegelung:

Abfahrt von Helmut und seiner ersten Frau Claudia im Mai 1999. Von Kappeln aus ging es durch den englischen Kanal, Biskaja, ueber Portugal nach Madeira, Kanaren.

 
Jahr 2000 Karibik, Anfang 2001 Panama Kanal Durchfahrt, dann nach Equador. Von dort aus via Marquesas in die Südsee.
Viele Jahre ist die LOP TO dann im Pazifik geblieben. Leider erkrankte Claudia 2005 schwer und starb 2006.
Im Urlaub in Hamburg lernte Helmut Kerstin kennen und ab 2008 ging es gemeinsam weiter im Pazifik noch einmal von Neuseeland zurück nach Französisch Polynesien, dann nach Hawai. Es folgten ein paar Südseerunden zwischen Kiribati, Tonga, Neuseeland, Fiji und Samoa.

2013 segelten wir ueber Vanuatu und Papua nach Indonesien. Esfolgten Malaysia und Thailand, sowie eine ausgedehnte Landreise durch Suedostasien. 2015 segelten wir via Sri Lanka. Malediven, Chagos, Rodrigues und Mauritius nach Madagaska. Weiter nach Mosambique und Süedafrika. Von dort 2016 via St. Helena nach Brasilien, Uruquay und Argentinien. Anfang 2017 von Argentinien via St. Helena ueber die Azoren zurück nach Europa.

Zehn Fragen an die Weltumsegler

1) Warst Du a) mit dem Schiff zufrieden, b) was wäre Dein Traumschiff gewesen?

a) Zu 100 % ja. in 18 Jahren gab es nur wenige technische Schwierigkeiten, die sich problemlos lösen liessen.
Wir haben die Technik an Bord immer einfach gehalten, das hat sich sehr bewährt.

b) was wäre Euer Traumschiff?
Unser Traumschiff ist die LOP TO. Wir würden/werden immer wieder mit ihr segeln.

2) Jährliche Kosten für a) Lebensunterhalt, b) Schiffsunterhalt?

a) Lebensunterhalt ohne Versicherungen und Deutschlandurlauben durchschnittlich circa 25000 Euro

b) in den Kosten oben enthalten, wir haben nie getrennt "Buch geführt". Mal waren die Kosten weniger,
mal mehr. In Neuseeland wurde die Maschine und der Maschinenraum total überholt, 2x neues stehendes Gut für die Masten, Sandstrahlen der Rumpfaussenoberfläche einschl. Neuanstrich. Wir haben später noch einen Refit in Thailand gemacht (Deck und Aufbauten neu lackiert, einige Holzarbeiten Innen und Aussen),  das Schiff wurde zweimal unterwegs im Rumpf neu lackiert und in Südafrika haben wir die Verkabelung überholt. Dazu kamen diverse neue Segel in Neuseeland und Südafrrika. Das waren die "Brocken", sonst war LOP TO in 18 Jahren sehr genügsam...

3) Welche Ausrüstungsgegenstände haben sich 

a) gut bewährt,

Die Windsteueranlage Pazific Plus. Ohne sie wäe die Reise nicht die selbe gewesen. Dazu ab Thailand ein aktives AIS macht das Leben mit der Berufsschifffahrt deutlich entspannter. Der in Neuseeland eingebaute Wassermacher

b) welche machten Ärger?

Der Petroleumherd, der viel Pflege benötigte ud trotzdem ab und an den Dienst einstellte. Zu dem wurden die Esatzteile unterwegs immer schwerer zu beschaffen und auch unverhältnismässig teuer.

4) Welche zusätzlichen Ausrüstungsgegenstände hättet Ihr Euch gewünscht?

Keine. Wir sind mit der Ausrüstung zufrieden und möchten sie auch weiterhin bewusst simpel halten.

5) Welche Versicherungen hattest Du a) für Dich, b) fürs Schiff?

a) Auslandsreisekrankenversicherung und Privathaftpflicht

b) Haftpflichtversicherung, ab Brasilien 2017 Vollkasko

6) Was waren für Euch a) die besten Plätze, b) die schlechtesten Plätze?

a) Der Südpazifik durch seine Vielfalt an Inseln und die tollen Segelbedingungen. Dort sollte man sich viel, viel Zeit lassen. Ein Seglerleben reicht nicht aus, um "alles" zu sehen. Aber das muss man ja auch nicht.

b) So wirklich schlecht war es nirgends. Aber klimatisch war Asien für uns eine echte Herausforderung.  Für unseren Geschmack hatten wir dort zu wenig Wind und es war viel zu heiss. Südafrika war lanschaftlich eines der beeindruckensten Länder die wir besucht haben. Aber die Athmosphäre in den Grossstädten empfanden wir als bedrückend. Das Leben hinter Stacheldraht und Mauern fiel uns schwer.

7) wurden Eure Erwartungen erfüllt?

Ja, absolut. Was auch an der Zeit lag, die wir hatten. Wir haben Orte und Menschen, die uns besonders viel bedeuteten oft mehrmals besucht. So haben wir vielleicht nicht alles entlang des Weges gesehen, aber oft genauer hingeschaut.
Und Freundschaften geschlossen, die uns bis heute begleiten.

8) Was würdest Ihr beim "nächsten Mal" anders machen?

Nichts.

9) Schlimmste Erlebnisse?

Wir haben länger über diese Frage nachgedacht. Natürlich der Tod von Claudia und eine spätere schwere Erkrankung von Kerstin. Aber das sind Dinge die es auch im Leben an Land gegeben hätte. So wirklich schlimm war es unterwegs nirgends. Natürlich gab es den ein oder anderen Ort, an dem an sich nicht wirklich wohl gefühlt hat. Es gab auch das ein oder andere interessante Ankermanöver und einige durchwachte Tage und Nächte vor Anker. Starkwind gab es auch ab und an.

Aber so einen richtg ausgewachsener Sturm, den gab es nur mal kurzzeitig. Wir hatten viel Glück und haben wohl auch meist gute Entscheidungen in der Wetterbeurteilung getroffen. Vor allem hatten wir viel Zeit. Haben uns Zeit gelassen. Mussten nie zwingend zu einem bestimmten Termin an einem bestimmten Ort sein. Ein Umstand, der einem unterwegs viel Ärger ersparrt.

Und abseits des Segelns? Wir sind wieder zurück nach Europa gekommen mit der Gewissheit, das die Welt ein bedeutend friedlicherer Ort und die Menschen bedeutend hilfsbereiter und freundlicher sind, als die Medien uns dies manchmal einreden wollen. Wenn es uns geligt, diese Gewissheit auch anderen Menschen zu vermitteln, hat sich die Reise doppelt gelohnt.

10) Wie geht Dein Leben weiter?

Wir haben uns in Norddeutschland ein "Basislager" geschaffen und werden in Zukunft die Segelsaison über unterwegs sein und die Wintermonate in Deutschland leben. Die Reiseziele gehen uns aber auch hier so schnell nicht aus....

zur Home-Page

Page by Bobby Schenk
E-Mail: mail@bobbyschenk.de

Impressum und Datenschutzerklärung